Die Show begann mit Dunkelheit. Eine sonore Stimme erzählte die Geschichte eines jungen Indianers, der seinem Großvater von seinen Träumen berichtet. Frohes und Trauriges kommen darin vor. Ein heller und ein dunkler Adler, die ständig miteinander im Kampf liegen. Welcher von beiden den Sieg davon tragen würde, läge daran, wie gut er sie fütterte.

Zaubersalon Wuppertal 2013 03 004Als es dann langsam hell wurde, betrat der Traumwandler aus Krefeld die Bühne und stellte sich dem Publikum als „der Traumwandler“ vor. Passend dazu und auch stimmig zu der vorangegangenen Indianergeschichte, trug er einen überdimensionalen Traumfänger mit sich, den er als Symbol für das Thema seiner Vorführung am Tisch befestigte. Er sprach darüber, wie wichtig für ihn das Träumen sei und das es schade wäre, dass es in der modernen Zeit nur den Kindern erlaubt werde.

Zaubersalon Wuppertal 2013 03 006In seinem ersten Kunststück ging es um Prominente. Beim Betreten der Bandfabrik hatten alle Gäste unbeobachtet den Namen eines Prominenten notieren und den zusammengefalteten Zettel in einen Glaspokal werfen müssen. Dessen Inhalt wurde nun entleert und ein Zettel ausgewählt. Die Wahl fiel auf Udo Jürgens. Der Traumwandler ließ sich jetzt von seiner Intuition leiten. Zunächst bat er alle Damen, aufzustehen, denn es war anzunehmen, dass der Star von einer Frau gewählt worden war. Recht bald schloss er die rechte Saalhälfte aus. Auch aus den ersten beiden Reihen schienen keine Gedankenwellen zu ihm zu dringen, und so nahmen auch hier die Damen wieder Platz. Die nun noch stehenden Zuschauerinnen bat der Künstler, den Namen Udo Jürgens laut auszusprechen. Wo dies mit genügend Inbrunst geschah, bohrte er weiter. Schließlich hatte er zwei Zuschauerinnen in die engere Wahl gezogen, die er zu sich auf die Bühne bat. Während er ihnen in die Augen sah, wiederholten sie noch einmal den Namen des Prominenten. Der Traumwandler war sich noch nicht sicher, deshalb inszenierte er eine Traumsituation. Rosi und Saskia sollten sich mit Udo Jürgens an einen einsamen Sonnenstrand träumen und ihrem Star mit Sonnenöl die Schultern massieren. Gern schlüpfte der Traumwandler hierzu in Udo Jürgens Haut. Jetzt spürte er es genau. Rosi träumte wirklich davon, sie hatte den Namen auf dem Zettel notiert. Großer Applaus. Aber was war mit Saskia? Zum Erstaunen des Publikums wusste der Magier auch hier die Antwort. Brad Pitt.

Zaubersalon Wuppertal 2013 03 024Als Reiseführer nahm der Traumwandler sein Publikum nun mit auf eine Traum- und Zeitreise. Es ging in die 80er Jahre, in eine Zeit, die die meisten Anwesenden ganz intensiv miterlebt hatten. Ein Herr aus dem Publikum entschied sich für die Nr. 5 der entsprechenden Charts, ohne das dazugehörende Lied zu kennen. Die Stücke, die damals aktuell waren, wurden dem Auditorium kurz ins Gedächtnis gerufen und erregten bei so manchem sehr emotionale Erinnerungen. Eine Dame durfte jetzt eines der Lieder auswählen. Sie entschied sich für „Skandal im Sperrbezirk“ von „Spyder Murphy“. Als das CD-Cover betrachtet wurde, stellte sich heraus, dass dieses Stück 1982 tatsächlich an fünfter Stelle in den Charts stand. Zaubersalon Wuppertal 2013 03 037

Auf eine Traumreise in ein weit entferntes Land ging es jetzt mit Sarah. Der Traumwandler zeigte ihr Tafeln, auf denen die unterschiedlichsten Reiseziele und Flugrouten aufgeführt waren. Sara sollte sich ein Ziel aussuchen und es gedanklich mit den Bildern verbinden, die sie dabei sah. „If you can dream it, you can do it!”, hatte Walt Disney einmal gesagt. Und so träumte sie sich nach Australien. Der Traumwandler erriet es, während er sie bat, sich die assoziierten Bilder ins Bewusstsein zu rufen. Dabei war er stets charmant und witzig. Ein idealer Reiseführer.

Zaubersalon Wuppertal 2013 03 051An einem herumliegenden Seil zog der Mentalist jetzt einen alten Koffer auf die Bühne; der Reisekoffer von Astrid Lindgren, in dem sich all ihre Werke befanden. Eine Leseratte wurde gesucht, jemand, der sich gerne mit Büchern beschäftigt. Nun, wer glaubt, unsere Jugend säße nur noch vor dem Computer, um Ballerspiele zu spielen, der wurde eines Besseren belehrt. Der erst elfjährige Gordon aus der ersten Reihe erwies sich als absoluter Literaturkenner, denn zielsicher wählte er den „Lichtträger“ als sein Lieblingsbuch aus. Er schlug nun die Seite auf, die mittels eines Ziegelsteines und dreier Zuschauer zufällig ermittelt wurde und konzentrierte sich auf den Anfang der Seite. Der Traumwandler versetzte sich in einen Traumzustand und notierte zaghaft die ersten drei Worte. Nicht hundertprozentig, aber gerade dadurch umso glaubhafter. Eine großartige Leistung von Magier und Assistent, die von den Zuschauern mit begeistertem Applaus honoriert wurde.

Zaubersalon Wuppertal 2013 03 069Nun wurde es ein wenig gruselig. Der Traumwandler berichtete von dem letzten Auftritt des legendären Harry Houdini im Oktober 1926 im Garrik Theater in Detroit, wobei er selbst in die Rolle eines seiner engsten Vertrauten schlüpfte. Nora und Marc aus dem Publikum halfen dem Künstler bei dem nun folgenden spannenden Experiment. Ein letztes Mal war Houdini in das Theater gefahren worden, um noch einmal das Publikum zu verblüffen. Während nach dem Fallen des Vorhangs die stehenden Ovationen nicht abbrechen wollten, hatte draußen schon ein Rettungswagen bereit gestanden, der den Supermann der 20er Jahre in ein Krankenhaus brachte. Wenige Tage später starb die Zaubererlegende. Doch seine fast übernatürlichen Fähigkeiten waren in Zeitdokumenten festgehalten worden, so auch in dem Zeitungsartikel, den Marc jetzt laut vorlas. Dabei war unter Anderem eine Pik 3 unter mysteriösen Umständen von einer jungen Dame gewählt worden. Auch Nora hatte völlig unbeeinflusst eine Karte gewählt, die zunächst verdeckt geblieben war. Erst Fassungslosigkeit, dann Begeisterung, als die Karte umgedreht und gezeigt wurde. Es war die Pik 3 aus dem Artikel.

Zaubersalon Wuppertal 2013 03 073Bevor der Traumwandler das Publikum in die Pause entließ, überreichte er einer Dame in der ersten Reihe eine kleine verschlossene Schatulle, in der sich einer seiner privaten Träume befand. Nachdem die Zuschauer sich mit Getränken versorgt und wieder Platz genommen hatten, stellte sich heraus, dass sie eine winzige Spieluhr enthielt. Welches Lied sie wohl spielen würde? Eine Zuschauerin durfte nun aus einem Notenheft ein Lied auswählen. Pink Panther sollte es sein. Als die kleine Kurbel an der Spieluhr gedreht wurde ließ das zarte metallische Stimmchen tatsächlich die Erkennungsmelodie von Paulchen Panther hören.

Zaubersalon Wuppertal 2013 03 085Als nächstes durfte Petra sich in die Rolle einer Kommissarin versetzen und gleichzeitig in eine andere Zeit. Wieder waren es die 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. In Berlin ist ein kleiner Junge von einem Psychopathen entführt worden, der mit der Polizei ein bizarres Spiel spielt. Er gibt wage Hinweise auf seinen Aufenthaltsort und droht, den Jungen an einem öffentlichen Platz zu ermorden. In einem Hotelzimmer sieht die Kommissarin vier Bilder, und um den Jungen zu retten muss sie sich in einen luziden Traum versetzen. Die Zeit drängt. Das erahnte Bild, Alexanderplatz, erweist sich als der geplante Tatort. Das Kind wird gerettet. Bei diesem Experiment und auch bei der Geschichte mit Harry Houdini kreiste der dunkle Adler über der Bandfabrik.

Zaubersalon Wuppertal 2013 03 094Auch das Experiment, das nun folgte ging an Grenzen. Schon beim Anblick des riesigen spitzen Nagels, den Emine unter einem von fünf Pappbechern verstecken musste, konnte es einem Angst und Bange werden. Hinzu kam, dass nicht wenige dieses Kunststück aus Medienberichten kannten und wussten, dass es auch fehlschlagen konnte. Doch der Traumwandler versetzte sich luzid in seine Kindheit zurück, in der er mit traumwandlerischer Sicherheit einen viel zu hohen Baum erkletterte. Und so schlug er intuitiv einen Becher nach dem anderen platt, bis auf den letzten, unter dem sich der Monsternagel verbarg. Große Erleichterung, riesiger Beifall!

Zaubersalon Wuppertal 2013 03 121Gegen Ende der Show breitete noch einmal der helle Adler seine Schwingen aus. Mehrmals erriet der Mentalmagier mit dem Hang zum Träumen gewürfelte Zahlen und Spielkarten richtig, bevor er drei Zuschauer bat, sich auf Personen zu konzentrieren, die der heutigen Veranstaltung fern geblieben waren. Zur großen Verblüffung aller Anwesenden erriet der Traumwandler die Vornamen der entsprechenden Bekannten.

Ein traumhaft schöner Abend im Reich der Mentalmagie ging zu Ende, und die mehr als hundert Besucher traten gut unterhalten und verblüfft den Heimweg an.

Schade war, dass so viele Interessierte aus Sicherheitsgründen keinen Einlass mehr gefunden hatten.

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