Zaubersalon Wuppertal 2013 06 008An diesem heißen Abend, der sich eher zum Grillen geeignet hätte, fanden sich erneut  erstaunlich viele Zauberinteressierte in der Bandfabrik Wuppertal ein. Ingo Ahnfeldt, Mitbegründer des Zaubersalons Datteln, der seit 1994 Mitglied im Magischen Zirkel von Deutschland ist und seit 2011 den Magischen Ortszirkel Castrop-Rauxel leitet, stellte sich dem Publikum mit seinem Soloprogramm vor. Als erstes fiel auf, dass er seinen Vorführplatz sehr schön gestaltet hatte. Aus mehreren Elementen war eine regelrechte kleine Bühne entstanden, nichts Ablenkendes oder Unnötiges störte die Aufmerksamkeit des Betrachters, lediglich einige Tafeln am Rand der Kulisse ließen den Mentalisten erahnen. Nachdem Ingo sich vorgestellt und die Zuschauer begrüßt hatte, begann er flott mit seinem ersten Kunststück. Hierbei erriet er drei Gedanken eines Herrn aus der ersten Reihe, nämlich einen Buchstaben, eine zweistellige Zahl und ein Symbol. Zuvor hatte er mittels eines Scherzes getestet, ob der entsprechende Zuschauer sich als Medium eignen würde.Als nächstes bat er eine Dame aus den hinteren Zuschauerreihen auf die Bühne und forderte  sie auf, die letzten vier Ziffern Zaubersalon Wuppertal 2013 06 007ihrer Handy-Nummer zu notieren. Hierbei war es ihm unmöglich, das Geschriebene zu sehen, denn er wandte sich nicht nur demonstrativ ab, er wurde auch von einem anderen Zuschauer strengstens beobachtet. Als die Dame fertig war, und sichergestellt hatte, dass ihr Handy eingeschaltet war, wählte sie ihre eigene Nummer, mit Ausnahme der letzten vier Ziffern, auf dem Handy des Mentalisten. Zur großen Überraschung des Publikums war dieser in der Lage, die Telefonnummer richtig zu vervollständigen, denn das Gerät der Dame meldete sich laut und deutlich. Ein toller Effekt, der dem Künstler so ganz nebenbei auch noch die Telefonnummer einer schönen Frau einbrachte.Das Zaubersalon Wuppertal 2013 06 012nächste Thema war die Lotterie. Gemeinsam mit dem Publikum spielte der Magier „Sechs aus Neunundvierzig“. Sechs Zuschauer nannten eine Zahl zwischen 1 und 49, diese wurden notiert und die Zuschauer gebeten, einen Moment stehen zu bleiben. Ingo Ahnfeld entnahm einer Klammer, die die ganze Zeit sichtbar im vorderen Bereich der Bühne gehangen hatte, einen handelsüblichen Lottoschein, den er vor der Show ausgefüllt hatte. Ein Herr aus der ersten Reihe las nun die angekreuzten Zahlen vor und jeder, der seine Zahl vernommen hatte, durfte sich setzen. Nachdem alle Mitspieler wieder saßen war klar, dass der Mentalist seine hellseherischen Fähigkeiten unter Beweis gestellt hatte.Ein weiteres Gewinnspiel schloss sich an, wenn auch viel simpler und mit einer weitaus höheren Gewinnchance für die mitspielenden Personen aus dem Publikum. Aus lediglich fünf kleinen Umschlägen durften sie einen auswählen und sogar jederzeit ihre Wahl korrigieren. Mit jedem ausgesonderten Umschlag erhöhte sich also die Wahrscheinlichkeit, an den Hauptgewinn, den ersehnten 20 Euro-Schein zu gelangen. Doch bis zum Schluss ergatterten die Zuschauer immer nur Trostpreise, jeweils 2 Cent, die sie in den bereitgestellten Zylinderhut auf der Theke werfen konnten, denn in der Bandfabrik gibt es tolle Zauberei auf Spendenbasis. Immer wieder musste Ahnfeldt seinen mitgebrachten „Ventilator“ bemühen, Zaubersalon Wuppertal 2013 06 033denn die Hitze trieb dem Gedankenarbeiter die Schweißperlen auf die Stirn. Aber nicht nur die Hitze. Auch die Gedanken einer Dame aus der ersten Reihe waren verdammt schwer zu knacken. Dabei war es doch nur eine zweistellige Zahl, an die sie dachte. Warum war der Gedächtniskünstler nicht in der Lage, sie zu ergründen? Stets neue gescheiterte Versuche… Schon hatte es den Anschein, er würde aufgeben, da aber entpuppten sich die scheinbaren Patzer als sehr interessante Variante des „Magischen Quadrats“, einem Klassiker der Mentalmagie. Zum Ende des ersten Teils stellte der Künstler sein Feingefühl und seine Menschenkenntnis unter Beweis, als er den einzigen Lügner unter fünf Personen, sowie dessen versteckte Gedanken Zaubersalon Wuppertal 2013 06 053erkannte.Der zweite Teil des abendfüllenden Programms begann mit einem Kunststück, das man vor einiger Zeit auch in den Medien sehen konnte. Beim Puzzeln war dem Magier ein Missgeschick passiert, denn das letzte Puzzelteilchen war ihm abhanden gekommen, und so konnte er das weltberühmte Antlitz der Mona Lisa nicht vervollkommnen. Die Firma, die das Spiel verkauft, hatte ihm auf seine Anfrage hin aber nicht das eine fehlende Teil, sondern einen komplett neuen Satz geschickt, tausende von Teilen! Wie groß war wohl die Wahrscheinlichkeit, auf die Schnelle das richtige zu finden? Eine selbstbewusste ältere Dame aus der dritten Reihe, die nach eigenen Angaben sehr gerne puzzelt, hatte da wenig Bedenken… Beherzt griff sie in den durchsichtigen Beutel, ergatterte ein buntes Teilchen und mit den Worten „Passt, wackelt und hat Luft!“, drückte sie es der grinsenden Mona Lisa mit spielerischer Leichtigkeit auf die Oberlippe. Solche Assistenten wünscht sich wohl jeder Magier.Nun folgte etwas sehr schönes und unerklärliches. Ein Zuschauer aus den hinteren Reihen durfte den Rahmen entfernen, der etliche, an einer Tafel angeordnete Holzteile, fest umschloss.  Zu getragener Musik und einem Vortrag über die Schicksalsschläge des Lebens, fügte der Künstler nun zwei weitere große Teile hinzu und ordnete das Ganze neu an, wobei allerdings die rechteckige Gesamtform Zaubersalon Wuppertal 2013 06 059gewahrt blieb. Den Naturgesetzen scheinbar zum Trotz, passte der Rahmen immer noch haargenau, als der Helfer aus dem Publikum ihn anbrachte.Wie sehr die Musik Entscheidungen beeinflussen kann, zeigte sich, als eine junge Zuschauerin verschiedene Gegenstände verteilte, die sich in einer klingenden Musikdose befanden. Nur scheinbar frei war ihre Wahl, denn wie sich zeigte, hatte Ingo Ahnfeldt das –Geschehen vorher gesagt. Auch der nun folgende Buchtest ließ auf enorme mentale Fähigkeiten des Künstlers schließen. Zwei Begriffe, die ein Zuschauerpaar aus einem Buch ausgewählt Zaubersalon Wuppertal 2013 06 063hatte und die weder notiert, noch ausgesprochen wurden, ermittelte Ahnfeldt auf wundersame Weise. Einer der stärksten Effekte an diesem ereignisreichen Abend.Beim nächsten Experiment stellte der Magier noch einmal seine Menschenkenntnis unter Beweis. Fünf mal hatte eine Dame aus dem Publikum die Möglichkeit, ihn zu täuschen. Es ging um das altbekannte Spiel „Rechte Hand, linke Hand“. Keine Chance! Der Meister der Gedanken, dem keine noch so winzige Augenbewegung verborgen zu bleiben scheint, blieb ungeschlagen.Es kam dann zu einem virtuellen Einkauf, bei dem ein Duzend Anwesender einen beliebigen Artikel mit dazugehörendem Preis notieren musste. Einer der zusammen gefalteten Zettel wurde gewählt und aus einer bereit stehenden Einkaufstüte zog der Künstler Weichspüler im Gesamtwert von 2,29 €. Eine witzige Übereinstimmung. Und noch etwas Virtuelles. Diesmal ein Kasinobesuch. Und auch hier die vierfache richtige Vorhersage: Uhrzeit, Kasino-Chip, Geldbetrag und Black-Jack-Wert. Auch der letzte Zuschauer fragte sich an dieser Stelle: „Gibt es irgend etwas, das dieser Mann nicht weiß?“Gegen Ende eines gut zweistündigen Programms wurde Ingo Ahnfeldt noch mal richtig niedlich. Ein Mainzelmännchen sollte ausgemalt werden. Die mitwirkende Zuschauerin hatte die absolut freie Wahl, was die Farbgebung anging. Weiße Müzen, rote Schuhe, blaue Westen grüne Hosen… Wie auch immer. Und wie wir alle wissen gibt es sechs Mainzelmännchen, deren Namen hier nicht genannt werden sollen. Eine ungeahnte Anzahl an Variationsmöglichkeiten. Wen wunderte es eigentlich noch, dass der Zauberer ein Duplikat des fertigen Fernseh-Zwerges in einem bereit liegenden Umschlag hatte?Da das Publikum trotz Hitze nach einer Zugabe verlangen würde, gab sich Ingo Ahnfeldt, den man für seine Leistung wirklich loben muss, schließlich auch noch als Muskelleser zu erkennen. Nur anhand des Armwiderstandes erriet er, welchen Gegenstand sich eine Zuschauerassistentin auf ihrer Handfläche vorstellte. Etwas für die ganz Großen unserer Zunft.

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