IMG 5152Der Wuppertaler Zaubersalon bot am Dienstag seinen Gästen ein ganz besonderes Erlebnis: Zum ersten Mal konnte man eine Vorstellung im Hof der Börse erleben. Hier gab es auf ideal ansteigendem Gelände Stuhlreihen, so dass man von jeder Stelle einen hervorragenden Blick auf das Bühnengeschehen hatte, das durch Scheinwerfer ausgeleuchtet wurde. Die Mitarbeiter der Börse sorgten auch dafür, dass niemand plötzlich verhungern oder verdursten musste.

Frank MOLL begrüßte die Anwesenden, die bei dem schönen Wetter den Weg in die Börse nicht gescheut hatten, und eröffnete das Geschehen.


IMG 5164Die Show des DOCTOR MARRAX stellte eine lange übliche Darbietung wieder ins Rampenlicht, die etwa vom 14. bis 19.Jahrhundert als Quacksalberinszenierung üblich war. Reisende Ärzte oder Apotheker lockten mit scheinbaren Wundern Zuschauer an, um sie von den besonderen Heilkräften der von ihnen vertriebenen Heilmittel zu überzeugen. In Amerika wurden diese Auftritte später Medicine Show genannt. Zu diese Zeit gab es auch noch keine Unterhaltungsmedien, so dass man über jede Art der Abwechslung im täglichen Einerlei hoch erfreut war.

IMG 5184Und in dieser Tradition begrüße der vollbärtige MARRAX sein Publikum in Gehrock, Weste und Zylinder und zeigte sein MARRAX O-FAX als angebliches Wundermittel mit dem alles erst möglich wurde. Vom Seil über Bindfäden bis hin zu Garnen(vielleicht auch bis zu Haarspaltereien?), überall nur gehörig MARRAX O-FAX draufgegeben, und schon passierten die tollsten Wunder!

Alles wurde von DR. MARRAX mit böhmischem Akzent erläutert, was natürlich viele Zuschauer belustigte. Kinder wurden von ihm wie Erwachsene behandelt und wie selbstverständlich mit "Sie" angeredet.

IMG 5332Die Zeit verging wie im Fluge, und immer wieder ging ein Schmunzeln über die Gesichter der Zuschauer. Immer wieder wurden andere Unmöglichkeiten vorgestellt. Karten wanderten, eine Würfelpyramide stellte sich wiederholt auf den Kopf, ein Tuch erschien wieder zwischen zwei andersfarbigen Tüchern, die vorher gut sichtbar in einem Glas platziert worden waren, Wasser aus der Wupper, dem Bodensee(durch das man den Boden sah) und Schwarzwälder Kirschwasser vereinten sich in einer großen Schüssel und widerstanden sogar der Gravitation. Zauberhafte Exponate wie der arktische Fisch im Pelz und der original bayrische Wolpertinger wurden gezeigt.

IMG 5392Bei DOCTOR MARRAX konnte das Publikum hautnah noch einige Gaukeleien erleben, die schon vor mehreren hundert Jahren alle Zuschauer faszinierten, etwa das Durchbohren der Nase und das Durchziehen eines Fadens durch dieselbe oder die Vereinigung von kleinen Gegenständen, die zuvor in Augen, Ohren und Nase gesteckt wurden im Mund. So etwas taucht heutzutage bei amerikanischen Fernsehzauberern in abgewandelter Form auf, hat also nie an seiner verblüffenden Wirkung verloren. Ein Nagel, der mit einem Hammer in die Nase getrieben wurde, musste mit einer Kneifzange entfernt werden.
IMG 5449Neueren Ursprungs ist sicher das Erscheinen und Verschwinden von Löchern auf zwei Bogen Papier, aber ebenso unerklärlich.
 

Mit MARRAX O-FAX ließen sich auch Gedanken übertragen und es gelang, Sieger bei einem Glückspiel zu werden, bei dem damit alle Karten in "Gewinner"Karten verwandelt wIMG 5612urden.

Als MARRAX dann noch einen Trick mit Tuch und Ei erklärte, war in der Zwischenzeit schon der fast volle Mond aufgegangen und beleuchtete das Areal der Börse. Die Zuschauer hatten wieder einmal einen zauberhaften Abend an der Wolkenburg verbracht. Vielen Dank an DOCTOR MARRAX, der uns wunderbar unterhielt.

 

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