Donatus 1Spätestens wenn er zur Gitarre greift, um seine selbst getexteten Lieder anzustimmen, erkennt man den Träumer. Der Mann, der dort vor uns auf der Bühne steht, heißt Donatus Weinert, ist 57 Jahre alt und Zauberkünstler. Fast genau auf den Tag, vor zehn Jahren, hat ein Unbekannter ihm einen Stein geschenkt. „Träume“ stand darauf. Das war damals der Auslöser, der „Stein des Anstoßes“ sozusagen; er fasste den Entschluss, Profi-Zauberer zu werden.

Dem Unbekannten sind wir zu Dank verpflichtet, denn Donatus stellt eine Bereicherung für die Kunst der amüsanten Täuschung dar.

Donatus 2Hier, in Wuppertal, wo er heute sein Bühnenjubiläum begeht, hat alles angefangen. Kontakt zum Magischen Zirkel hatte er schon länger. Anfänglich verstand er sich noch als Musiker, der auch ein wenig zaubert, aber das ist heute nicht mehr so, der Schwerpunkt seines Soloprogramms, „Hinter`s Licht geführt, Garantiert schwindelfrei“ liegt eindeutig bei der Zauberei. Drei Songs sind es, mit denen er Stimmung erzeugt, hält und vertieft. Immer mit von der Partie: sein roter Knopf, ein Markenzeichen des Remscheiders, der seit einem Jahr stellvertretender Vorsitzender des Wuppertaler Zauber-Zirkels ist.

Wohltuend anders, als die Rampensäue, die sonst die magische Szene bevölkern, geht dieser Künstler mit seinem Publikum um. Man nimmt ihm ab, dass er sich wirklich über jeden einzelnen Zuschauer freut, der den Weg zu ihm gefunden hat, und das sind an diesem ‚Abend nicht wenige.

Vor allem die anwesenden Kinder liegen ihm am Herzen. Er lädt sie zu sich auf die Bühne ein und spielt mit ihnen, wobei er ihnen, wie beiläufig, rote Bälle hinter den Ohren hervorzaubert, wandern lässt, um sie schließlich zu einer sprudelnden Fontäne zu vermehren.

Donatus 3In bunten Luftballons kann er unterschriebene Spielkarten, aber auch Handys erscheinen lassen. Egal, ob er zerschnittene Seile wieder ganz zaubert, oder Tücher aus dem Nichts hervorholt, immer ist seine Kunst von phantasievollen Geschichten untermalt.

Bevor er die Leute mit einem seiner Lieder, „Magie ist Musik für die Augen“, in die Pause entlässt, manipuliert er einen jungen Mann so, dass dieser sich genau für die Prominente entscheidet, die er vorhergesagt hat. Angela Merkel, im zarten Alter von sechs Monaten.

Er ist ein Mann der leisen Töne, der uns ohne Tamtam, oft sogar im Flüsterton in die Welt der Wunder entführt. Großen Wert legt er dabei auf sein Equipment. Einfach, aber von höchster Qualität, ist die Bühnenausstattung, denn die Ohren des gelernten Klavierstimmers sind empfindlich und dulden keinen Pfusch. Viel Zeit nimmt er sich vor seinem Auftritt für den Soundcheck, und auch die Ausleuchtung wird nicht dem Zufall überlassen.

Donatus 4Die Klassiker der Zauberei haben es ihm angetan. Im zweiten Teil seines Programms zaubert er mit bekannten Requisiten, wie dem guten alten „Eierbeutel“ und den drei Seilen, die mal lang, mal kurz, mal noch länger werden. Ein Geldschein verschwindet und erscheint in einem Umschlag wieder, auf dem die ganze Zeit jemand gesessen hat. Dass es tatsächlich derselbe Schein ist, beweist die zuvor notierte Seriennummer. Gedanken werden auch erraten. Hierzu erbittet sich Donatus die Hilfe eines Erwachsenen.

Donatus 5Noch bevor die letzten Töne seines Abschiedsliedes verklungen sind, ist jedem im Saal klar: Donatus wird um eine Zugabe nicht herum kommen. Und welcher Künstler gibt die nicht gerne. Jedes der anwesenden Kinder ist begeistert bereit, dem Zauberer zu assistieren. Durchaus keine Selbstverständlichkeit, wie jeder weiß, der schon einmal vor einem Kinderpublikum stand. Als eine nicht enden wollende Papierschlange aus dem Mund des Magiers hervorsprudelt, hält die Zuschauer nichts mehr auf ihren Stühlen. Eine wahrhaft gelungene Jubiläumsshow und schon der 71. Zaubersalon.

 

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