Den 75. Zaubersalon gestaltete das Duo Bernd und Andreas Busch aus Thüringen, vor vollbesetztem Saal.

Während Sohn Andreas gekonnte Zauberei zeigte, wie das Ringspiel, Karten- und Ballmanipulationen, Seilkunststücke und das geräuschvolle Erscheinen einer Bowlingkugel, trat Vater Bernd in der Rolle des üblen Entertainers auf, der mit bekannten Clown-Tricks, wie den Kuhglocken und dem „Magischen Trichter“ pöbelnd das Publikum unterhielt.

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Der Junior fiel durch seine steil nach oben gekämmte Frisur auf, deren Elastizität er immerwieder zur Schau stellte. Neben hervorragender Magie führte er auch Zaubergags, wie das stehende Seil vor, das seine Festigkeit bei ihm durch jede Menge Haarspray erhielt. Das Wiederfinden einer Zuschauerkarte gestaltete sich etwas feucht und eklig, aber solches ist man mittlerweile auch von anderen Magiern gewohnt. Immerhin verpackte er die Spielkarte in einem Plastikbeutel, bevor er sie der mitwirkenden Zuschauerin überreichte. Der Senior war auf den ersten Blick als Clown zu erkennen, mit seinen viel zu kurzen Hosen und dem stark geschminkten Gesicht. Die Buschs feiern in diesem Jahr ihr 20. Bühnenjubiläum und befinden sich derzeit auf Deutschland-Tournee. Sie haben die Varietee-Bühnen Europas bespielt und in etlichen Ländern Auszeichnungen eingeheimst. Die Show ist eingeschliffen und routiniert, wirkt aber dennoch spontan.

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Wenn der Alte, im zweiten Teil, einen Wäscheständer zerlegt, indem er ihn als Zupfinstrument missbraucht, dann sorgt das schon für Brüller im Publikum, auch wenn er souverän über zwei zerstörte Mikrofone hinweggeht, ja Pannen sogar zur Steigerung der allgemeinen Heiterkeit nutzt, erkennt man den hundertprozentigen Unterhaltungsprofi. Er versteht es, das Publikum zu lenken. Mit mehreren Zuschauern und improvisierten Instrumenten führt er ein regelrechtes Konzert auf.

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Neben verdienten Lachern ernteten die Beiden an diesem Abend aber auch so manch bitteres Lächeln. Es gab Zuschauer, die den Kopf schüttelten, wenn Vater Busch beim Anpfeifen des Publikums gelegentlich die Grenzen des guten Geschmacks sprengte. Die Stimmung im Saal war am Ende der Show polarisiert. Während die meisten Anwesenden sich vor Begeisterung kaum zu halten wussten, sahen einige die ungeschriebenen Gesetze magischer Unterhaltung verletzt.

 

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