Der 76. Zaubersalon brachte wieder einmal einen Soloabend. Der Moderator der Veranstaltung war dies Mal FRANK PREUSSNER. Der gab damit sein Debüt im Zaubersalon. Mit charmanten, launigen Worten machte er die Gäste noch einmal mit den Gepflogenheiten des Zaubersalons vertraut. Die Wuppertaler Zuschauer kamen in den Genuss einer Vorpremiere. So nennt man die Veranstaltungen, in denen neue Programme eingeschliffen werden. Künstler nutzen die Gelegenheit, um schon etwas über die Reaktionen des Publikums bei den einzelnen Showteilen zu erfahren. So kam man schon vor der offiziellen Premiere am Wochenende in den Genuss von "Friede, Freude, Hundekuchen".

IMG 9206

MARCELINI hatte alles glänzend vorbereitet, auch ein eigenes Bühnenbild. Er stellte gleich seinen Bühnenpartner OSKAR vor, einen großen Stoffhund. Mit diesem gestaltete er sicher den größten Teil des Abends. Witzige Dialoge und einfühlsame Lieder ließen die Darbietung nie langweilig werden. Dazu trugen auch die anderen Figuren bei, die immer wieder in das Gespräch einbezogen wurden. So traten auch ein Baum, eine Kirchenmaus mit Namen Gottfried, ein alter Schuh "Schuh-Bert" und ein gebastelter Roboter hinzu. Alle hatten unterschiedliche Stimmen, die sehr gut zu den Gestalten passten. So wirkte der Schuh beinahe leidend und sagte dies auch: "Auf mir wird immer nur rumgetrampelt."

IMG 9276

Immer wieder lockerten Zauberkunststücke den Abend auf, die häufig alle überraschende Wendungen nahmen. Aus dem Nichts, so schien es, vermehrten sich einige Gegenstände, wie man es nicht erwartet hatte. Witziger Höhepunkt war sicher die Vorführung einer Großillusion. OSCAR, der Hund, kam in eine große Holzkiste, wurde zersägt und natürlich wieder zusammengesetzt. MARCELINI verstand es meisterlich, die unterschiedlichen Puppen zum Leben zu erwecken. (So wirkte es jedenfalls.) Auch bei den mit starker Stimme vorgetragenen Songs konnte man manchmal vergessen, dass es ja eigentlich keine echten Duette sein konnten. Der Chronist hat da schon wesentlich schwächere Stimmen gehört.

IMG 9362

Die zahlreichen Zuschauer erlebten wieder einmal einen Abend, auf dem man aufs Beste unterhalten wurde. Vor so einer abendfüllenden kurzweiligen Einmannshow kann man nur den Hut ziehen. Einen Vergleich mit Sascha Grammel maße ich mir nicht an; auch er ist ein exzellenter Zauberkünstler und Schattenspieler. MARCELINI braucht sich aber nicht zu verstecken. Beide haben ihre eigene Persönlichkeit und werden immer ihr Publikum begeistern. Den Veranstaltern wünsche ich weiterhin ein glückliches Händchen bei der Auswahl der Künstler.

 

Zur Fotogalerie