Im ZauberSalon im Februar 2018 war Zauberkünstler Yandaal mit seiner Soloshow „Blüten, Bluff und andere Noten“ zu Gast.

Die Modetion übernahm Timothy Thomson, der bereits zweimal auf der Bühne des ZauberSalons stand. Mit kleinen überraschenden, schönen Kunststücken mit Sektglas und Zauberwürfel und seiner sympathischen Art führte der junge Zauberkünstler das Publikum durch den Abend. Er ist im April mit seiner Soloshow „Wunderverkäufer“ im ZauberSalon zu sehen. Mehr Infos über den charmanten Staubersaugervertreter der Zauberkunst gibt’s unter timothy-magic.com

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„Kriminalität ist gar nicht so schwer – man muss nur nett fragen.“

Yandaal begann seine Show mit einem musikalischen Intro.

Er habe, erzählte er dann, mit der Täuschungskunst mit Hilfe des Buches „Der kleine Gauner“ angefangen. Er demonstrierte dem Publikum nicht nur, wie voller Wörter in diesem Buch stehen, sondern auch, wie man mittels eines einzigen Handgriffs Markierungen in den Text zauberte – und das gänzlich ohne Stift.

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Einen der ersten Tricks, die er gelernt habe, war der „Würfelbeschiss“. Dazu ließ er einen Zuschauer erraten, wo er drei Würfel deponierte – in der Hand oder in der Tasche. Der Zuschauer aber hatte nicht nur keine reele Chance, das Spiel zu gewinnen – er konnte auch, ebenso wie wohl die anderen Zuschauer, nicht erkennen, wie aus den drei kleinen plötzlich ein großer Würfel wurde. Auch weitere klassische Taschenspielertricks fanden sich in Yandaals Show; das Zauber mit Geld etwa, Münzen, die aus seinem unsichtbaren Geldbeutel erschienen; Zeitungspapier, das sich in „echte“ Scheine verwandelt; und das Kümmelblättchenspiel, bei dem einzig der Zauberkünstler gewinnen kann.

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Auch wollte der Künstler das Publikum kennen lernen und sein Verbrecher-Potential austesten. Durch ein paar Gedankengänge wollte er herausfinden, wer seiner Zuschauer als Gauner geeignet wäre. Doch er stellte fest: „Wenn ihr jetzt an die Erdbeere gedacht habt, wird das nichts mit der kriminellen Energie.“

Der Künstler erklärte seinen Zuschauern anhand von drei unterschiedlich langen Seilen, wie einer seiner Freunde auf dem Hamburger Fischmarkt große Geschäfte macht, in dem er seine Kunden um die Länge der „Aale“ betrügt.

Als nächstes zeigte der Zauberer, wie man der Kontrolle von Polizisten entgeht, die nach geraubten Juwelen suchen. Mit einer skurrilen Ablenkungstechnik und Strass-Steinen zum Austausch sah es zumindest in seinen Händen sehr leicht aus.

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Selbst den Ausdruck „Mundraub“ nahm der selbst ernannte Gauner in sein Repertoire mit auf. So „stahl“ er einer Zuschauerin die gewählte Karte aus dem Mund und tauschte sie durch seine aus – und das alles ohne Berührung.

Dass auch Musik Teil seiner Zauberkunst ist, bewies Yandaal, als er die „Zauberflöte erstmals in praktischer Ausführung“ präsentierte. So verschwand die Flöte, auf der er zuvor ein Lied gespielt hatte, spurlos, um dann in seiner eigentlich viel zu kleinen Geldbörse wieder aufzutauchen. Und auch aus den Gedanken eines Zuschauers konnte er einen zuvor zufällig gewählte Liedtitel lesen und das entsprechende Lied vortragen.

Um nicht ganz aus dem Rahmen der typischen Zaubershows zu fallen, hatte er sich für diesen Abend auch eine „Assistentin“ besorgt. Dabei handelte es sich um einen Löffel, der sich mittels eines Briefumschlags und einiger unerwarteter Gewalteinwirkung in eine Gabel verwandelte.

Vor der Pause zeigte Yandaal noch eine Ring-Seil-Routine, mit der er die Eigenarten des Balzverhaltens von Rüsselelchen darzustellen versuchte.

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Im Laufe der Pause hatte sich der Zauberkünstler von einem Straßengauner zu einem „eleganten Gauner“ im Anzug gemausert.

Als dieser bediente er sich des paranormalen, wie es einst Uri Geller getan hatte. Er ließ einige Zuschauer auf der Bühne Löffel in Umschläge verpacken, wo sie sich mittels Magie verbogen.

Einen aus dem Publikum geliehen Ring ließ er aus einem Tuch verschwinden und an einem ungewöhnlichen Ort wieder erscheinen und begann an einem Zuschauer einen „Lochdiebstahl“.

Im Meisterstück seiner Show beschäftigte sich der Künstler mit dem Identitätsdiebstahl. Der von einem Zuschauer zufällig gewählter Ausweis fand sich mit Hilfe eines Seiles im Hut des Zauberers wieder. Es handelte sich dabei um einen angeblichen Plastischen Chirurg, der kurz darauf auch in Form des verkleideten Yandaal auf der Bühne erschien. Nach einem allzu realistischen Polizeiaufruf erklärte er, die Problemzonen einer Frau lassen sich am besten mit der „Selektionsmethode“ behandeln. Trotz des schockierend großen Sägewerkzeugs, das er dafür verwendete, blieb die ausgewählte Zuschauerin dabei ganz.

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Das Ende seiner Show bildete das Seemannsgarn; im wahrsten Sinne des Wortes, denn Yandaal zerriss dafür ein Stück Garn und erzählte von dem Unterschied zwischen Wahrheit und Lüge.

Insgesamt ist Yandaals „Blüten, Bluff und andere Noten“ ein bunt zusammengewürfeltes Programm aus Musik, Zauberei und Taschendieberei. Die Grundidee ist schön umgesetzt,, unerwartete Themen wie „Mundraub“ und „Lochdiebstahl“ finden sich zusammen mit Klassikern wie Falschspiel und Zauberei mit Geld.

Leider muss ich sagen, dass mich die Darstellung der Kunststücke nicht immer überzeugt hat. Einige Handgriffe wirkten unsicher, nicht alle Effekte kamen richtig zur Geltung und manche Kunststücke endeten zu abrupt. Auch die „Masse“ an unzusammenhängenden Kunststücken könnte man bemängeln. Der Künstler selbst jedoch ist herzlich, lebt seine Rolle als Gauner auf der Bühne und wirkt fast noch sympathischer, wenn er kurzzeitig aus seiner Rolle ausbricht. Mit der Auswahl seiner Nummern und dem Umgang des Publikums hat einer eine durchaus unterhaltsame, kurzweilige Show auf die Bühne gebracht.

Wer sich für den aus Hannover stammenden Zauberkünstler interessiert, findet Infos unter www.yandaal.de

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