Zaubersalon Wuppertal 2014 03 003Trotz aufkommender Heiserkeit ließ es sich Henry Wahl, treibende Kraft des Wuppertaler Zaubersalons, nicht nehmen, die 40. Veranstaltung zu eröffnen und die zahlreichen Besucher der Bandfabrik persönlich zu begrüßen.

In dreieinhalb Jahren hat sich der Zaubersalon hier zum bestbesuchten Event entwickelt und trägt somit nicht unwesentlich zum Kulturerhalt bei.

Wahl, stets auch verantwortlich für das reibungslose Funktionieren der Technik, erläuterte den Zuschauern, was mit den Einnahmen geschieht, die nach alter Zaubersalon-Tradition im Hut landen. Sie werden in der Hauptsache für Seminare ausgegeben, die den Auftretenden und dem Zauber-Nachwuchs als Fortbildungsmöglichkeit dienen.

Zaubersalon Wuppertal 2014 03 010Der erste Künstler an diesem Abend war „Hendrik“ (K. Hendrik Luttmer), der in diesem Jahr sage und schreibe 80 Jahre alt wird. Der ehemalige Diplomingenieur aus Dörverden-Hülsen ist der lebende Beweis dafür, dass Zauberei jung hält.

Der in Zaubererkreisen auch als „Seilpapst“ bekannte Magier ist ein langjähriger Freund von Henry Wahl und auch all denen bestens bekannt, die zum jährlich stattfindenden „Magischen Pfingsttreffen“ nach Winterberg pilgern.

Zaubersalon Wuppertal 2014 03 022Er kann aber nicht nur exzellent mit Seilen zaubern; das bewies er, indem er zunächst einmal Orangen aus seiner Hand in die eines Zuschauers wandern ließ.

Quicklebendig und mit nahezu jugendlicher Freude, feixte er immer wieder: „Sag ja Hendrik!“, bevor der Mitspieler, der sein Enkel hätte sein können, die Fragen überhaupt richtig realisiert hatte.

Weil der junge Mann ihm so gut gefiel, behielt er ihn gleich auch für sein nächstes Kunststück auf der Bühne, wobei er ihm immer wieder Tips für die perfekte Haltung gab, was beim Publikum zu spontanen Sympathiebekundungen führte.

Zaubersalon Wuppertal 2014 03 036In einem gelben Seidentuch ließ er ein kleineres rotes Tuch verschwinden, obwohl es von seinem Helfer eigenhändig dort hineingestopft und mit einem Korken gesichert worden war.

Es folgte dann ein Kunststück, das auch Zauberer nicht sehr häufig zu sehen bekommen. Obwohl von einer helfenden Zuschauerin gehalten, wechselten ein weißer und mehrere farbige Seilringe, in seinen Händen, blitzschnell die Plätze. Nicht umsonst wird Hendrik von vielen Kennern als einer der besten Zauberer Deutschlands bezeichnet. Unter den Seilspezialisten ist er zweifelsohne einer der besten der Welt.

Diese Tatsache hat ihn jedoch nicht überheblich gemacht. Mit ungebrochener Freude mischt er sich unter das Publikum und diese Freude ist ansteckend.

Zaubersalon Wuppertal 2014 03 079Wenn er immer wieder zerschnittene Seile ganz zaubert, den Helfern Käse- und Salamischeiben aus den Jackentaschen zieht, Eiskugeln und Spielkarten wandern lässt, dann hat der international bekannte Preisträger alle im Saal auf seiner Seite.

So lässt es sich erklären, dass nach 45 Minuten, nachdem Hendrik seinen Schlusstrick gebracht hatte, die Zuschauer noch lange nicht genug von ihm hatten, und als sie ihn mehrfach auf die Bühne zurück klatschten, geschah das nicht, weil sich hier ein 80jähriger vor ein jugendliches Publikum gestellt, sondern weil ein ganz großartiger Zauberer den Weg nach Wuppertal gefunden hatte.

Zaubersalon Wuppertal 2014 03 098Der zweite Darbietende bildete nach der Pause einen regelrechten Kontrast zu dem soeben Gesehenen. Joachim Höhn, der sich auf der Bühne „Magan“ nennt, verzauberte die Gäste mit der Kunst der Hypnose.

Im richtigen Leben arbeitet er damit. Er therapiert Menschen, die ein Problem haben, gibt Seminare für Führungskräfte und Teams. “Jeder lässt sich hypnotisieren, wenn man genug Zeit hat!“, so seine Devise.

Die Showhypnose zu Unterhaltungszwecken hat er als sein Hobby entdeckt und als Möglichkeit, sie einer breiteren Öffentlichkeit nahe zu bringen.

Zunächst erklärte er dem Publikum, was Hypnose ist. Ein absolut normaler Zustand, den jeder von uns mehrmals täglich erlebt und durch den wir alle schon zigtausend Mal in unserem Leben gegangen sind, ohne dass uns dies jedoch bewusst geworden ist..

Das InteresseZaubersalon Wuppertal 2014 03 111 unter den Anwesenden war geweckt, denn als Magan nun aufforderte, an einigen kleineren Versuchen teilzunehmen, gab es kaum jemanden im Saal, der außen vor blieb.

Eine Dame, bei der diese Einstimmung besonders gut funktioniert hatte, kam zu ihm auf die Bühne und der Künstler schaffte es, dass sie ihren eigenen Vornamen für einige Sekunden vergaß und sich auf seinen Wunsch hin nicht mehr von der Stelle bewegen konnte.

Durch diese Versuche ermutigt, erklärten sich dann sechs Personen bereit, auf die Bühne zu kommen und an tiefer gehenden Experimenten teilzunehmen.

Nachdem sie Platz genommenZaubersalon Wuppertal 2014 03 129 hatten, versicherte Höhn noch einmal, dass es ihm fern läge, irgendjemanden bloß zu stellen, oder lächerlich zu machen und räumte mit dem uralten Vorurteil auf, ein Hypnotisierter sei eine Art willenloser Zombie. Niemand, so Höhn, könne während der Hypnose zu etwas gezwungen werden, das er nicht will. Er machte allerdings auch darauf aufmerksam, dass die Showhypnose für Menschen mit schwerwiegenden psychischen Problemen ungeeignet ist.

Zunächst brachte er die Probanden in eine tiefe Entspannung. Dann ließ er sie Scheinwerfer fixieren, wonach er jeden Einzelnen in eine tiefe Trance versetzte. Hier zeigte se sich bald, dass ein Teilnehmer sich nicht tief genug auf Magans Stimme einlassen konnte. Wie er später seZaubersalon Wuppertal 2014 03 134lbst berichtete, war er von Fotoblitzen abgelenkt worden.

Diejenigen, die sich mehr oder weniger tief in die Trance hatten fallen lassen, bekamen vom Hypnotiseur verschiedene Dinge suggeriert. Unter anderem konnten sie einen Luftballon mit vereinten Kräften nicht mehr vom Boden aufheben. „In dieser Situation seid Ihr alle jedes Mal, wenn ihr glaubt, eine Sache sei zu schwer für Euch!“, wandte sich Magan nun an das gesamte Auditorium. „Es ist zu schwer für Euch, weil ihr glaubt, dass es zu schwer für Euch ist.“

Eine Teilnehmerin schien derart tief versunken, dass ihre Bewegungen einer Träumenden glichen. Nur sehr schwer und scheinbar ungern ließ sie sich wieder in die Realität zurück holen. Die MitspielerZaubersalon Wuppertal 2014 03 136 wurden vom Meister auch nicht entlassen, ohne dass er ihnen noch etwas mit auf den Weg gab. Die Teilnahme an dieser kleinen Sitzung wird sie erfolgreicher machen, sie werden sich immer wieder daran erinnern, was möglich ist, wenn man selbst daran glaubt.

Das Interesse im gesamten Publikum war außerordentlich groß. Das bewiesen die zahlreichen Fragen, die Joachim Höhn nach seiner Darbietung gestellt wurden.

Etwas Besonderes, ein Randgebiet der Zauberkunst, hatte in die Bandfabrik Einzug gehalten.

 

Zur Fotogalerie