Zaubersalon Wuppertal 2014 05 001Der 42. Wuppertaler Zaubersalon stellte gleich für drei Künstler eine Premiere dar, denn Ralf Diem, Adwaita Nundi und Axel Groll waren zum ersten Mal zu Gast in der Bandfabrik.

Trotz des guten Wetters hatten wieder erstaunlich viele Gäste den Weg  in Wuppertals „Magischen Tempel“ gefunden.

Zaubersalon Wuppertal 2014 05 012Henry Wahl begrüßte als ersten Akteur Ralf Diem. Allerdings durfte er ihn nicht ansagen, denn der Magier aus Harsewinkel hatte seine eigene Ansage als Tonkonserve dabei.

Schon oft sah das Publikum die Verwandlung eines Seidentuches in ein Ei, nebst der scheinbaren Erklärung, bei der dann letztendlich ein hohles Plastik-Ei zu einem  echten Hühnerei mutiert. Noch nie jedoch zu der Musik von „Frag doch mal die Maus“.

Pantomimisch erklärte Ralf Diem den Zuschauern diesen Aufsitzer-Effekt, und diese fühlten sich so in ihre Kindertage zurückversetzt.

Alsdann ließ er zur großen Verblüffung der Anwesenden eine Ketchup-Flasche verschwinden.

Zaubersalon Wuppertal 2014 05 032Der Effekt wirkte umso stärker, da Diem auch bei diesem Kunststück zunächst eine simple Erklärung zu geben schien.

Dieses Konzept des Erklärens, das sich dann jedoch als Bluff entpuppt und den Zuschauer in noch größerer Verwunderung zurücklässt, zog sich durch seine gesamte Darbietung.

Ralf Diem zeigte dann noch eine gekonnte Ring-Seil-Routine, sowie zwei Karteneffekte, bei denen jeweils ein Zuschauer bzw. eine Zuschauerin ihre magischen Fähigkeiten unter Beweis stellten, indem sie Kartenwerte auf mentale Weise übermittelten. Für seine Zauberhilfe gewann ein junger Mann ein Essen für zwei Personen, an einem Ort seiner Wahl, nämlich ein Tütenfertiggericht.

Insgesamt eine sehr originelle und gelungene Nummer.

Zaubersalon Wuppertal 2014 05 047Adwaita Nundi – kein Künstlername, er heißt wirklich so – war der zweite Aktive an diesem Abend. Der gebürtige Inder, der seit über vierzig Jahren in Deutschland lebt und als Ingenieur gearbeitet hat, erlernte seine Kunst einst bei Portul Chandra Sorcar, einem der berühmtesten Zauberer der Welt.

Nundi lebt in Solingen und ist vor kurzem zum Magischen Zirkel Wuppertal gekommen, nachdem er beschlossen hatte, seine alte Liebe, die Magie, wieder aufblühen zu lassen.

So erlebten die Besucher der Bandfabrik an diesem Abend ein Stück lebendige Magie-Geschichte.

Im original indischen Kostüm und zu passender Musik beschwor Nundi mit toternstem Gesicht Tücher und Flaschen und produzierte aus ihnen Unmengen an Blumensträußen, die er auf der Bühne verteilte. Auch ließ er gewaltige Mengen an Früchten, Bällen, Kartenspielen und andren Gegenständen verschwinden und verwandelte riesige Seidentücher in ein noch größeres vierfarbiges Tuch.

Zaubersalon Wuppertal 2014 05 095Ehrlichen Applaus erntete er, als er einen Luftballon mit drei Nadeln durchbohrte, ohne dass dieser zerplatzte und sich anschließend ein massives Schwert bis zum Heft in den Schlund schob.

Von Adwaita Nundi können die sogenannten modernen Magier einiges lernen, denn bei ihm geht es tatsächlich noch um Zauberei. Er singt nicht, er philosophiert nicht, er reißt keine Witze oder versucht amerikanische  Künstler sklavisch zu imitieren. Nein, er zaubert.

Vielen Dank Herr Nundi!

Zaubersalon Wuppertal 2014 05 121Überraschend war auch Minze vorbeigekommen, ein alter Bekannter des Zaubersalons Wuppertal. Er war extra aus Krefeld angereist, um uns seinen neusten Freund, den Orang- Utan „Pepper“ vorzustellen. Pepper ist schon ein recht agiles Kerlchen, nur mit dem Sprechen hapert es noch ein wenig.

Beendet wurde der Abend durch die Darbietung von „Hakuna Matata“, der im bürgerlichen Leben Axel Groll heißt und aus Köln kommt.

Er betrat die Bühne als waschechter Seemann und berichtete in Reimform über die Irrfahrten des Columbus. Hierbei bediente er sich eines Schiffs-Steuerrades, das mit einem Pfeil versehen war. Dieser wechselte auf unerklärliche Weise stänZaubersalon Wuppertal 2014 05 131dig seine Richtung und zwar immer genau passend zu den Ausführungen des Zauberers.

Es folgte eine mehrfache Tuchfärbung, die darin gipfelte, dass die verschiedenfarbigen Tücher miteinander verschmolzen.

Hakuna Matata bat dann eine Zuschauerin auf die Bühne, die aus etlichen Karten, auf denen Prominentennamen standen, Marylin Monroe  auswählte. Der Zauberer muss das geahnt haben, denn ein großer Umschlag enthielt seine Vorhersage: „Marylin Monroe“! Zwar zunächst als nacktes Baby, auf der Rückseite jedoch eindeutig.

Es folgte eine ganz großartige Seilroutine, die auch Fachleute staunen ließ; ein langes Seil hatte zeitweise vier Enden und zwei Mitten, bevor dann alles wieder in Ordnung kam.Zaubersalon Wuppertal 2014 05 179

Ein junger Mann aus dem Publikum fesselte nun Axel Grolls Daumen mit Pfeifenreinigern, wobei er es nicht an Sorgfalt und Kraft fehlen ließ. Nichts desto trotz war der Magier in der Lage, mit den gefesselten Daumen Reifen zu fangen und auch wieder loszuwerden und sogar einen springenden Klappstuhl einzufangen.

Zaubersalon Wuppertal 2014 05 196Das verlangte geradezu nach einer Zugabe, und so holte er ausgerechnet mich auf die Bühne, um ihm zu assistieren. Ich erhielt einen perforierten Pappbogen und tat nun genau das, was er mir mit seinem Bogen vormachte. Ich löste die Perforation und allmählich entstand in meinen Händen ein Gebilde, das einer großen Acht ähnelte. Letztendlich erhielt ich zwei Ringe, die zweidimensional ineinander zu hängen schienen, so wie man sie auf ein Blatt Papier zeichnen würde. Bei Axel Groll jedoch hingen die Ringe tatsächlich ineinander, nämlich dreidimensional. Er ist mir eben um mindestens eine Dimensionen voraus, dieser „Hakuna Matata“.

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