Macht Zaubern sexy? Nein! Aber Alexander Lehmann macht es zumindest sehr sympathisch.

ZauberSalon Wuppertal 2014 10 21 Alexander Lehmann 001Ja, es machte Spaß, ihm zuzusehen und vor allem auch zuzuhören, als er anlässlich des 47. Zaubersalons die Gäste der Bandfabrik mit seinem Soloprogramm bespaßte. Er war extra aus Nürnberg zu uns ins Bergische Land gekommen, was doch ein Beweis dafür ist, wie wichtig der Wuppertaler Zaubersalon mittlerweile in der deutschen Zauberszene geworden ist.

Er begann sein Programm recht ruhig, indem er, zu getragener Gitarrenmusik, einen Faden zerriss, um ihn anschließend sofort wieder ganz zu zaubern. Bei der Begrüßung des Publikums wurde klar, dass es an diesem Abend um das Zwischenmenschliche in der Zauberkunst gehen würde und um das Thema Nummer Eins… Männer und Frauen.

„Och nööö!“, dachte man zunächst. Nicht schon wieder. Etliche Male ist das doch schon von Kabarettisten durchgekaut worden. Aber Alexander Lehmann schaffte es, die Zuschauer von der ersten bis zur letzten Minute zu amüsieren.

ZauberSalon Wuppertal 2014 10 21 Alexander Lehmann 007Zunächst bat er Vanessa auf die Bühne und spielte mit ihr eine typische Szene aus seinem bisher erfolglosen Anmachleben durch. In der Disco quatscht er eine Frau an, um sie ausgerechnet mit einem Kartentrick zu beeindrucken. Wer das selbst schon einmal probiert hat, weiß, dass es schief gehen muss. Der Trick ist ausgesprochen gut. Eine gewählte Karte wandert zweimal in die Sakkotasche des Zauberers, um zum Schluss als einzige Karte in der Hand des Künstlers zu verbleiben, während alle anderen unter voller Zuschauersicht in die Tasche wandern. Vanessa scheint jedoch nicht sehr beeindruckt zu sein.

Dann muss eben Sven herhalten, Vanessas Freund. Der Magier sagt voraus, was passieren wird. Eine Karte wird gewählt, ins Spiel zurückgegeben, und ein Stuntman wird brennend in das Spiel springen, um die Karte zu finden. Da weder Sven, noch Alexander den Drang verspüren, sich mit einem Zippo in Brand zu stecken, malt der Künstler ein kleines Männchen auf ein Blatt Papier, zündet es an und wirft es gegen das Kartenspiel. Tatsächlich befindet sich bei Durchsicht des Spieles ein großes Brandloch in Form eines Männchens in der Zuschauerkarte.

ZauberSalon Wuppertal 2014 10 21 Alexander Lehmann 014Dass er nicht nur ohne Hasen, sondern auch ohne Schere auskommt, bewies Lehmann bei seinem dritten Kunststück, einer sehr gekonnt vorgeführten Seilroutine.

Aber was dann kam, riss das Publikum wirklich von den Stühlen. Eine ganze Buchseite, von oben bis unten bedruckt, einschließlich Seitenzahl, wanderte von einem Buch in ein anderes und zwar in eines, das zuvor nur aus lauter leeren Seiten bestand, wie sich die Zuschauer mit eigenen Augen und Händen überzeugt hatten. Bezeichnend war dabei auch der Titel des leeren Buches: „Was Männer über Frauen wissen“. Zum Piepen!

Auch Alexander kam um das Thema Geld nicht herum, denn schließlich wird man als Zauberer ständig gefragt, ob man nicht mal welches zaubern könne. Er tat es auf sehr originelle Weise. Wer wissen möchte wie, der sollte seine Show besuchen. Was er aber mit dem erschienenen Geldschein dann anstellte, war noch besser. Gehen Sie hin. Es lohnt sich.

ZauberSalon Wuppertal 2014 10 21 Alexander Lehmann 034Nun war wieder Vanessa dran, denn der verliebte Zauberer wollte den Kontakt zu ihr nicht verlieren. Er erfüllte ihr einen geheimen Herzenswunsch, denn, was sie wohl selbst noch nicht geahnt hatte, sie hatte schon immer einmal davon geträumt, als „Vanessini die Große“, selbst vor Publikum zu zaubern. Mit der Unterstützung ihres neuen Zauberfreundes gelang ihr das auch ganz toll.

Nach der Pause ging es dann lustig weiter mit Frauenklischees. Die Damenhandtasche und ihr unerschöpflicher Inhalt waren das Thema dieses Kunststücks. Tatsächlich sucht ja jeder Mann lieber einen Laubfrosch im Dschungel, als mal eben seiner Frau etwas aus ihrer Tasche zu holen. Wir wissen das. Dass Frauen jedoch tatsächlich mehr in ihre Tasche kriegen, als eigentlich hinein passt, das demonstrierte uns Alex nun anhand eines sehr interessanten Puzzles. Es gibt also nicht nur etwas zu lachen, sondern auch wirklich einiges zu staunen in seiner Show.

ZauberSalon Wuppertal 2014 10 21 Alexander Lehmann 052Und wieder ein Anmachversuch bei Vanessa: Der gute alte Eierbeutel. Als sich die Begeisterung bei ihr erwartungsgemäß in Grenzen hielt, versuchte Alexander es noch einmal bei Sven. Zu dem bekannten Chanson „Je t´ aime“ umgarnte er ihn pantomimisch nach allen Regeln der Anmachkunst, und obwohl ich Sven nicht mag, in diesem Moment leide ich mit ihm. Solidarität unter Männern kommt auf. Das hat keiner verdient… aber die Menge brüllt vor Lachen. The show must go on.

Alexander Lehmann weiß, wie Männer ticken, denn schließlich ist er selbst einer.

Aber er weiß auch, wie Frauen ticken, und das ist eine Besonderheit. Man kann die Formel bei ihm erwerben, er hat sie in mehreren tauschen Arbeitsstunden auf Dutzenden von DinA4-Seiten aufgeschrieben. Und dass sie richtig ist, wurde an diesem Abend unter Beweis gestellt.

ZauberSalon Wuppertal 2014 10 21 Alexander Lehmann 077Aber merkwürdig: Obwohl er die Frauen so gut kennt, scheiterte sein Schlusstrick. Er wollte Vanessas romantischsten Wunsch erraten. Sie träumte von einem Schneesturm, er aber sagte Sonnenschein voraus. Na ja. Schade, aber kommt vor.

ZauberSalon Wuppertal 2014 10 21 Alexander Lehmann 087Dafür schenkte er der kleinen Sophia einen Wunschstein, und mit dessen Hilfe ließen die beiden, zur großen Verblüffung aller Anwesenden, einen massiven Beistelltisch durch die Bandfabrik schweben.

Der Applaus war stürmisch und wollte kein Ende nehmen. Das verlangte nach einer wirklichen und nicht, wie so oft, nach einer herbeigezerrten Zugabe. Und die war dann noch einmal ein echter Knaller. Die scheinbar fehlgeschlagene Vorhersage erwies sich nämlich im Nachhinein doch als richtig. In einem echten kleinen Schneegestöber umarmte der Magier endlich seine Angebetete.

Unter heftigem Beifall ging wieder einmal ein schöner Zauberabend in der Bandfabrik zu Ende.

 

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