ZauberSalon Wuppertal 2014 12 16 001Der 49. Wuppertaler Zaubersalon fiel terminlich genau auf den Geburtstag seines Gründers, Hans-Hermann Wahl, der, anstatt auf dem Sofa zu sitzen und Kerzen auszupusten, wie gewohnt die Technik an diesem Abend meisterte.

ZauberSalon Wuppertal 2014 12 16 005Nicht ganz so proppenvoll wie sonst, aber dennoch gut besucht, erlebte die Bandfabrik wieder einmal einen gelungenen Zauberabend. Moderator war der junge sympathische Marco Weissenberg, der für Hans-Hermann zunächst einmal ein Glas Geburtstags-Sekt aus einem flachen Umschlag hervor zauberte, um dann den ersten Künstler des Abends anzusagen: Frank Moll.

Frank gehört zu den Wuppertaler Zauberern und engagiert sich dort in letzter Zeit verstärkt in der Jugendarbeit. Seine „Zwerge“, wie er sie nennt, hatten den Zaubersalon im August mit großem Erfolg bestritten.

Er zeigte sein Seil mit erstaunlich vielen Enden und Mitten, wobei er über die abstrusen Zustände an deutschen Zauberschulen berichtete.

Dann folgte seine sehr dynamische Art der Tuchfärbung, bei der er, in seiner unnachahmlichen Art, immer schneller wird. Schließlich eine sehr schöne Interpretation des so genannten „Zwei-Männer-Tricks“, bei dem eine Karte von einem Zuschauer zum anderen wandert, obwohl deren Kartenpäckchen mehrmals durchgezählt werden. Das Besondere hier war, dass nicht irgendeine Karte wanderte, sondern eine ganz bestimmte, die zuvor von einem dritten Zuschauer gewählt wurde.

ZauberSalon Wuppertal 2014 12 16 023Frank Moll beendete sein kurzes knackiges Programm mit seiner schon legendären Vorführung des Flaschentricks, bei dem nicht nur die Zuschauer sich fragen, wo all die vielen Weinflaschen her kommen, sondern auch der Künstler selbst schier zu verzweifeln scheint.

Ich habe Diese Nummer sicher schon ein dutzend Mal gesehen und bin immer wieder neu begeistert. Ein Feuerwerk der Unterhaltung.

Besonders hervorgehoben werden sollte auch die Tatsache, dass Frank kurzfristig für einen Kollegen eingesprungen war.

ZauberSalon Wuppertal 2014 12 16 042Bevor Marco den zweiten Künstler des Abends ansagte, versuchte er sich als Mentalist. Er bat eine Zuschauerin zu sich auf die Bühne und ließ sie aus einer Haribo-Tüte ein Gummitier ziehen. Obwohl die Zuschauerin enorme Probleme hatte, das von ihr gewählte Tier zu erkennen, gelang es dem Moderator, eine Zeichnung davon anzufertigen. Zunächst ähnelte diese nicht gerade einer Giraffe, aber mit etwas Magie wuchs der Figur nachträglich ein langer Hals. Das Blatt wurde vom Zeichenblock abgerissen und der Zuschauerin als Präsent überreicht.

Nun gehörte die Bühne „Magic Schorsch und Gabriela“. Zu fetziger Musik legten die beiden aus Hagen stammenden Künstler eine regelrechte Illusions-Show hin.

Zum ersten Mal in der rund vierjährigen Geschichte des Wuppertaler Zaubersalons wurde die

ZauberSalon Wuppertal 2014 12 16 109„Cut a Lady“ aufgeführt. Gabriela stieg in einen Kasten, in dem normalerweise nur ein Kind Platz gefunden hätte, um sogleich von Schorsch (Georg Hesse) mittels einem Duzend Metallplatten in Stücke geschnitten zu werden. Zu allem Überfluss wurde noch ein riesiger Kubus durch den Kasten gesteckt, durch den das Publikum hindurch sehen konnte, so dass

Gabriela nicht nur zerteilt, sondern auch verschwunden zu sein schien. Zur großen Erleichterung des Publikums entstieg sie jedoch unbeschadet dem Kasten und konnte so Schorsch weiter assistieren.

Dieser zeigte nun eine Schwammball-Routine, wobei ihm eine junge Dame aus dem Publikum assistierte, die schon über einige Bühnenerfahrung verfügt. Sie gehört nämlich, mit ihren elf Jahren, bereits zu den Stammgästen des Zaubersalons und lässt sich nur selten eine Vorstellung entgehen.

ZauberSalon Wuppertal 2014 12 16 117Nach einer gekonnten Münzenwanderung quer durch den Arm eines Zuschauerassistenten, demonstrierten Schorsch und Gabriela ihre zweite Illusion. Da heute kaum noch jemand ein Jackett trägt, hatte Schorsch eines dabei und zog es einem Herrn aus dem Publikum über. Gabriela wurde ausgiebig gefesselt und verschwand in einem Tuchkabinett, das von zwei starken Männern aus dem Auditorium gehalten wurde. Der Herr mit dem Jackett betrat nun ebenfalls das Kabinett, wobei die ganze Zeit sein Kopf zu sehen war. Schon nach Sekunden riss Schorsch den Vorhang auf und Gabriela hatte dem Zuschauer das Jackett entwendet und trug es selbst, unter ihrer Fesselung.

Es folgte noch ein lustiges Gewinnspiel, bei dem die Trostpreise wesentlich wertvoller waren, als der Hauptgewinn, sowie abschließend die Produktion dutzender von Glühwürmchen, die sich zu einer Lichterkette zusammenfügten, was auf der abgedunkelten Bühne sehr schön aussah. Entertainment vom Feinsten! So der Gesamteindruck, den das zaubernde Ehepaar hinterließ.

ZauberSalon Wuppertal 2014 12 16 129Dass Zauberei auch ganz anders sein kann, nämlich poetisch, ästhetisch und verspielt, bewies der letzte Künstler an diesem Abend. Swann!

Magisches Tanztheater, bei dem einmal nicht gesprochen, sondern pantomimisch zu Musik gearbeitet wurde.

Als der Mann mit freiem Oberkörper und Maske, der mich zunächst an einen buddhistischen Mönch erinnerte, mit seinem Fackelstock die Bühne betrat, hatte ich zunächst Bedenken, ob das Langerfelder Publikum, das handfeste Magie gewohnt ist, mit dieser Art der Unterhaltung etwas anfangen kann. Und in der Tat lag so etwas wie Zurückhaltung und zweifelndes Staunen in der Luft, als der Magier begann, seinen brennenden Stab tanzen zu lassen.

Doch er blieb in seiner Rolle, legte atemberaubende Tanzfiguren aufs Parkett, während er Tücher im Spiegel verschwinden ließ, sie gefärbt wieder daraus hervor zog,

ZauberSalon Wuppertal 2014 12 16 185Wasser aus leeren Metallgefäßen produzierte, Staubwedel färbte und große Uhren in einem Tuch verschwinden ließ. Und immer diese Maske, die einen zwang, nur den Effekt zu sehen und daran zu glauben, dass es wahr ist. „Nimm Dir Zeit, zu träumen, denn das ist der Weg zu den Sternen!“ So lautet das Motto seiner Show, aus der er an diesem Abend nur Auszüge spielte und die man im März, in einer anderen Wuppertaler Lokalität, in voller Länge sehen kann.

Mit jedem Schritt, mit jeder Geste kam Swann den Zuschauern näher, so dass sie ihn schließlich sogar durch rhythmisches Klatschen ermutigten, die verschwundenen Uhren wieder herbei zu zaubern. Wer es schafft, ohne Worte und flotte, applausfordernde Sprüche ein Publikum in seinen Bann zu ziehen, der kann wohl wirklich ein wenig zaubern. Und das Langerfelder Publikum ist weitaus offener für Ungewöhnliches, als ich es ihm zugetraut hatte.

Stürmischer Applaus für Swann und seinen „Magic Dream“-

ZauberSalon Wuppertal 2014 12 16 212ZauberSalon Wuppertal 2014 12 16 216Der kontrastreiche Abend endete mit einer Tanzeinlage von Marco Weissenberg, der im Häschenkostüm einen Plüschhasen maltretierte. Nach dem Finale, bei dem sich noch einmal alle Künstler von den Zuschauern verabschiedeten, freute man sich schon auf den Januar, wenn es zum 50. Mal heißt: „Zaubersalon in der Bandfabrik!“

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