Zaubersalon Wuppertal 2012 01 013„Dejà vu“, Verzeihung, „Deschawü“ heißt das neue Programm von Richard Anderson. Wer befürchtet, das beziehe sich darauf, dass hier nur „olle Kamellen“, die man „alle schon gesehen“ hat, zu sehen bekommt, hat den Titel nicht verstanden. Doch dazu später mehr.

Nach einer „Dejá-entendu“ (schon gehört)-Einspielung mit bekannten Zitaten, wie „a small step for a man – but a giant leap for mankind“ oder „Houston – wir haben ein Problem“ zur Einstimmung, begann Richard Anderson zunächst mit einigen Wahrnehmungsexperimenten. Anschließend machte er uns mit einem alten Bekannten aus unserer Kindheit erneut bekannt: dem Krümelmonster. Mit dem Hinweis, dass wir einen Namen für das Monster finden müssten, wählten fünf Zuschauer beliebige Buchstaben aus und kreierten einen schier unaussprechlichen Namen für das nun „BICEK“ getaufte Krümelmonster. Nachdem ein Foto von Richard Anderson und seiner Mitspielerin gemacht wurde, erhielten wir die Information, dass diese ganze Aktion erst später wieder von Interesse sein würde – denn auf dem Namensschild an der Halskette stand der neue Name nicht(!).

Richard Anderson klärte uns dann – zur Motivation – darüber auf, dass es für die Mitspieler des heutigen Abends etwas zu gewinnen gebe.

Zaubersalon Wuppertal 2012 01 015Zunächst folgte eine Auswahl von männlichen Mitspielern, denen Hotelzimmer zugewiesen wurden. Die Auswahl einer Zuschauerin fiel auf eine bestimmten Mitspieler, bzw. sein „Zimmer“ – origineller weise stellte sich heraus, dass er als Einziger keine Duschhaube in seinem „Begrüßungspaket“ hatte – sich aber eine Duschbrause unter seinem Stuhl befand. Die Mitspieler verstanden den Gag „braucht als Einziger keine Duschhaube“ (wegen Glatze) nicht so recht – der Mentaleffekt zündete nicht so richtig. Dennoch heizte die charmante und humorvolle Moderation von Richard Anderson die Stimmung ausreichend an, um über solche Hänger hinweg zu sehen.

Es folgten weitere Mental-Experimente:

Ein Buchtest: die Mitspielerin wählt aus mehreren ein Buch aus – eine Seite – zwei Worte; diese wurden vorhergesagt.

Eine originelle Kartenauswahl: eine Mitspielerin lässt weitere ‚Person eine Karte auswählen und eine Ecke abreißen. „Magische Kobra“ findet die Karte aus dem Stapel heraus. Es ist dieselbe – die Ecke passt.

Ein freies und unbewusstes Uhrenverstellen: Die Uhr wird, Ziffernblatt nach unten, an der Krone beliebig verstellt und zeigt nachher eine bestimmte Zeit an. Nun zeigt sich, dass diese Zeit genau die ist, zu der die oben erwähnte „Krümelmonster-Aufnahme“ fotografiert wurde.

Schließlich eine Vorhersage mit Zeitungen: Die Mitspielerin verstand zunächst die Regeln der Zeitungsauswahl (eine aus sieben) nicht so ganz, was den Mentalisten etwas entnervte, doch er renkte es charmant wieder ein. Letztlich stimmte die Voraussage in puncto ausgewählte Zeitung, Seite, frei gewählter Satz überein.

Zaubersalon Wuppertal 2012 01 042Es folgte eine „Ambitious-Card“-Routine. Das heißt, die vom Mitspieler ausgewählte Karte erschein – nachdem irgendwo ins Spiel zurückgesteckt – wieder als oberste Karte im Spiel (sie will eben – „ambitious“ / ehrgeizig wie sie ist – immer nach oben an die erste Stelle).

Zum Schluss hatte jeder Mitspieler einen Schlüssel (neun von zehn) erhalten, den er frei hatte wählen können. Hätte einer dieser Schlüssel die Schatulle mit dem Gewinn aufgeschlossen, so hätte der „Gewinner“ den Preis (100,- €) mit nach Hause nehmen können. Doch es kam nicht dazu: Mit dem zehnten Schlüssel behielt Richard Anderson den Preis.

Zaubersalon Wuppertal 2012 01 057Zum Abschluss wurde ein Brief geöffnet, der während des gesamten Programms in Sicht der Zuschauer aufgehängt gewesen war. Dieser enthielt einen Traum, der den gesamten Ablauf des Abends – mit allen Ergebnissen – enthielt. Das war das besagte „Dejà vu“, das den Namen des Programms begründete: Richard Anderson hatte das alles schon vorher geträumt / vorhergesehen. Sehr beeindruckend.

Insgesamt eine völlig andere Gestaltung eines „Mental-Abends“: nicht wie bei „Uri Geller“, sondern locker präsentiert und nicht so bierernst, fast wie „von selbst“ – sehr spaßig und unterhaltsam. Danke – Richard Anderson.

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