Zaubersalon Wuppertal 2012 02 005Voll, voller, am vollsten. So könnte man den Werdegang des Zaubersalons Wuppertal skizzieren. Als am Karnevalsdienstag, gegen 20.00 Uhr, der 17. Zaubersalon begann, war buchstäblich kein Stehplatz mehr zu ergattern.

Von weit her waren die Künstler gekommen. Robert Blake und Ted McKoy reisten gemeinsam aus den Niederlanden an, und das Duo Stefan und Franziska Pütz hatte die Karnevalshochburg Düsseldorf verlassen, um in die Bandfabrik nach Wuppertal-Langerfeld zu reisen.

Durch den Abend führte, mit witziger Zauberei und selbst gemixten Limericks, Bernd Kaiser, Mitglied des Magischen Zirkels Wuppertal. Als ersten Künstler sagte er den in Holland weltbekannten Robert Blake an.

Zaubersalon Wuppertal 2012 02 017Er zeigte seine neue Memory-Show, bei der er zunächst demonstrierte, dass er ein ganzes Buch auswendig lernen kann, denn er gab den ersten Satz einer frei gewählten Buchseite wörtlich wieder. Auch sein Zahlengedächtnis schien enorm, da er sich an die Registriernummer eines geliehenen Geldscheines auch nach einer längeren Pause noch einwandfrei erinnern konnte.
Dann forderte „Mr. Memory“ die Zuschauer auf, ihm Daten von 2012 zuzurufen. Nach kurzer Bedenkzeit nannte er zielsicher die entsprechenden Wochentage. Die Richtigkeit wurde mittels einer Ballhupe bestätigt.
Der absolute Hammer folgte, als er ein gemischtes Kartenspiel auf vier Herren verteilte, die zu ihm auf die Bühne gekommen waren, und auf Zuruf aus dem Publikum sagen konnte, welcher Herr welche Karten hatte. Um sich die Reihenfolge der Karten zu merken, brauchte er nur wenige Sekunden. Großartig!

Zaubersalon Wuppertal 2012 02 078GZSZ, Guter Zauberer / Schlechter Zauberer, lautete das Motto von Vater Stefan und Tochter Franziska Pütz. In bunten Kostümen zeigten die beiden sehr unterhaltsame Magie zu flotter Musik der 30er Jahre. Während sie die Zauberringe elegant zu handhaben wusste, versuchte der eher tollpatschig wirkende Zauber-Clown vergeblich, Kleiderbügel miteinander zu verketten.
Schon beim Betreten der Bühne purzelten ihm die Beine seines Zaubertisches daher. Tochter Franziska machte es natürlich mit echter Zauberei wieder gut. Auch mit Seifenblasen und Flüssigkeit wurde gezaubert, wobei das Töchterchen immer wieder die Patzer ihres Daddys beheben musste, bevor sie eine meterhohe Pflanze aus einer Zeitung erscheinen ließ. Die Nummer endete mit einem Schneesturm aus Zeitungsschnipseln.

Zaubersalon Wuppertal 2012 02 117Ted McKoy, genau wie Robert Blake ein erfahrener Straßenzauberer, begeisterte das Publikum mit einfachsten Requisiten. Selbst sehr klein von Gestalt, auf seiner mitgebrachten Kiste stehend, zeigte er zunächst den bekannten Eierbeutel-Trick, jedoch in einer Perfektion, die so nur selten erreicht wird.
In seiner charmant kauzigen Art mit den Zuschauern spielend, brachte er dann den so genannten Talerfang, das Erscheinen von Geldmünzen aus der Luft. Auch diesen durchaus nicht neuen Trick hat Ted McKoy, der bereits zahlreiche internationale Preise gewonnen hat, zu einem wahren Kunstwerk verfeinert.
Bevor er dann, zu wunderschöner Musik mit einem Seil zaubernd, seine Meisterschaft unter Beweis stellte, trieb er köstliche Faxen mit dem Publikum. Immer wieder schraubte er sich den Daumen ab und warf ihn sichtbar in die Luft.
Er hat es verstanden, die Atmosphäre der Straßenkunst in die Bandfabrik zu holen, und auch die Muggel im Publikum erkannten, dass dieser kleine Mann im schottischen Kostüm ein ganz „Großer“ in der Zaubererwelt ist.

Zaubersalon Wuppertal 2012 02 147Noch einmal betrat Robert Blake die Bühne. Diesmal als Shadow-Man. Zu bekannten Songs zauberte er, nur mit seinen Händen, hunderte bewegter Schattenbilder auf eine Leinwand. Neben vielen verschiedenen Tieren erweckte er auch Stars der Vergangenheit zum Leben. So erkannten die Zuschauer deutlich Elvis Presley und John Lennon und erfuhren auch sehr anschaulich, wie sich beispielsweise Kaninchen im „Shadow-Land“ fortpflanzen.

Als Bernd Kaiser noch einmal alle Künstler und Zuschauerhelfer auf die Bühne bat, wollten sich die rund 100 Gäste kaum wieder beruhigen und rasender Beifall brachte den kleinen Saal regelrecht zum Kochen.

 

Zur Fotogalerie