Zaubersalon Wuppertal 2012 03 011„Kann man von der Zauberei denn leben?“ Und „Was machen Sie eigentlich tagsüber so?“ Dies sind Fragen, die einem Zauberkünstler häufig gestellt werden.

Kris (Christian Finke), der den 18. Zaubersalon in der Bandfabrik in Wuppertal gestaltete, beantwortete beide gleichzeitig, indem er freihändig einen 20 € Schein in einen Hunderter verwandelte. Sodann erklärte er den Zuschauern, weshalb es unsinnig ist, hinter das Geheimnis eines Zaubertricks kommen zu wollen. Man bereitet sich dadurch nämlich selbst eine Enttäuschung. Dies machte er deutlich, indem er „ausnahmsweise“ verriet, wie man ein Tuch in ein Ei verwandelt. Nicht lange jedoch mussten die Gäste in ihrer Enttäuschung verharren. Kris verwandelte das hohle Trick Ei in echte Eierpampe.

Es folgte nun eine sehr schöne Routine, in der er eine Zuschauerin massive Metallringe miteinander verketten und wieder befreien ließ. Die Magie schien tatsächlich von der freiwilligen Assistentin auszugehen.

Zaubersalon Wuppertal 2012 03 023Auch an dem nun folgenden Kunststück waren zwei freiwillige Helfer beteiligt. Sie fesselten ihn an den Handgelenken, wobei sie es nicht an Zugkraft und ständiger Kontrolle fehlen ließen. Trotzdem befreite sich unser Zauberer, der kurz in die Rolle von Harry Houdini geschlüpft war, mühelos aus der Fesselung. Eine sehr dynamische Vorführung dieses Klassikers.

Der erste Teil endete mit einer Szene, in der Kris, auf der Toilette sitzend, in aller Seelenruhe Zeitung las. Leider wurde er hierbei ständig lautstark von seiner Lebensgefährtin gestört, die ihn an einen Kinotermin mit Freunden erinnerte. Endlich fertig mit seiner Sitzung, bemerkte er, dass kein Klopapier vorhanden war. Was also tun? Na klar! Die Zeitung wurde in Streifen gerissen. Doch bevor diese noch zweckentfremdet werden konnte, informierte ihn die Freundin enttäuscht darüber, dass der Kinotermin geplatzt war. Sichtbare Erleichterung im Antlitz des Künstlers und „Peng!“; die Zeitung war wieder ganz.

Nach einer kurzen Pause demonstrierte Kris seine Geschicklichkeit, indem er sehr gekonnt, zu schöner Musik mit Kugeln manipulierte, die an weiße Flummis erinnerten.

Zaubersalon Wuppertal 2012 03 044Alsdann fand er die von einer Zuschauerin frei gewählte Spielkarte, indem er sich deren „Genetischen Fingerabdruck“ zunutze machte. Ganz genüsslich lutschte er dabei an dem gummibehandschuhten Daumen. Doch es wurde noch besser. Die Karte wurde verschluckt, im Magen gefaltet, und so wieder an das Bühnenlicht gebracht. Hier stand wohl eine zweifelhafte Unterhaltungssendung eines noch zweifelhafteren Privatsenders Pate.

Die nun folgende schöne Seilroutine war scheinbar auch durch zu viel Medienkonsum entstanden. Sie parodierte nämlich ganz herrlich die Werbespots, die uns schon so manchen Spielfilm versüßten.

Mentalmagie, das heißt, die Zauberei mit Gedanken, stand im Mittelpunkt des dritten TeiZaubersalon Wuppertal 2012 03 088ls.

Zwei Papiertüten spielten hierbei die Hauptrolle, denn im Verlauf der Darbietung eliminierte das Publikum eine davon, und die andere lüftete ihr Geheimnis erst am Ende der Show.

Doch vorher gab es noch ein wirklich unerklärliches Kartenexperiment. Sage und schreibe acht Zuschauer wählten nacheinander Karten aus einem Kartenspiel aus, deren Wert sie zunächst noch für sich behielten. Während dieses gesamten Vorganges hatte der Künstler Augen und Ohren versiegelt. Trotzdem war er zur großen Verblüffung, auch der anwesenden Zauberkollegen, in der Lage, die gewählten Karten exakt zu nennen. Ein Hammereffekt!

Kris bat dann einen Zuschauer, eine Zeichnung auszumalen, wobei er völlig freie Farbwahl hatte. Das entstandene Kunstwerk war identisch mit einer Zeichnung, die der Mentalist bereits vor der Show angefertigt hatte und die sich, wie konnte es anders sein, in der Papiertüte befand, die vom Publikum ausgewählt worden war. Auch die Mentalmagie, die von vielen Künstlern toternst betrieben wird, brachte Kris mit einem Augenzwinkern rüber, wobei er es auch noch irgendwie schaffte, sich zwei Armbanduhren „auszuleihen“.

Zum Schluss gab es noch einmal etwas fürs Auge. Zu ruhiger Musik ließ Kris seinen Zaubertisch schweben, und das Publikum bedankte sich mit großem Applaus für diesen zauberhaften Abend.

 Zur Fotogalerie