Zaubersalon Wuppertal 2012 09 006Gespannte Erwartung herrschte am Dienstagabend gegen 20.00 Uhr in der Bandfabrik in Wuppertal Langerfeld. Rund 60 Besucher waren gekommen, um den zweiten Geburtstag des Zauber-Salons zu feiern und die dritte Spielzeit einzuläuten.

Der Moderator war den meisten noch vom Vorjahr in bester Erinnerung: Bauchredner „Micha“ (Michael Schmidt) aus Krefeld, der immer einige Freunde mit im Gepäck hat. Zunächst stellte er den Zuschauern Gustav vor. Auf den ersten Blick ein seniler alter Knacker, der jeden Moment einzuschlafen droht. Schon bald aber merkt man: Gustav hat es faustdick hinter den Ohren. Er, der nach eigenen Angaben so alt ist, dass er Jopi Hesters Taufkerze gehalten hat, lässt zwar an seiner eigenen Gattin kein gutes Haar, ist aber der Damenwelt ansonsten immer noch recht zugetan.

Dann wurde es musikalisch. Mr. Jesse Jazzman, erst einmal aus seinem Koffer geholt, unterhielt das Publikum abwechselnd mit Gesang und Trompetensolos. Oh Jo Man!

Zaubersalon Wuppertal 2012 09 045Der erste Künstler, der von „Micha“ an diesem Abend angesagt wurde, war jahrelang Mitglied im Magischen Zirkel Wuppertal. Harald Landefeld aus Essen, bekannt für seine Liebe zur bizarren Magie, entführte die Gäste in die Welt der Schamanen, Hexen und Zauberer.
Während Harald ein nur gezeichnetes Pentagramm Feuer sprühend in ein massives Silber-Amulett verwandelt, erfährt der Zauberinteressierte viel Wissenswertes über den Aberglauben unserer Vorfahren. Bei einem Runen-Experiment, das er mit einer Zuschauerin durchführt, lernen wir etwas über unsere direkten Ahnen, die „ollen“ Germanen. Zum Beispiel, dass das „Wunjo“, welches die Assistentin völlig frei wählt, und das unserem heutigen „P“ ähnelt, für positive Kraft steht.
Dann wird es gruselig! Ein Herr aus dem Publikum schlüpft in die Rolle eines fahrenden Handwerksburschen des Mittelalters und muss mit dem Magier um seine Seele spielen. Hierzu werden Tarot-Karten benutzt, und auch diesmal klärt uns Landefeld über die tatsächliche Bedeutung der Symbole auf. Zum Beispiel der Tod: Eigentlich bedeutet er Umkehr. Etwas Altes muss enden, damit Neues entstehen kann. Auch die Kulisse ist gut gewählt. Kerzenlicht, alte Bücher und Truhen, der Stab des Zauberers, an den die Karten gelehnt werden… all dies hilft, sich in die Zeit zurück zu versetzen, in der alles, Tiere Pflanzen und Steine beseelt und wunderbar waren. Niemals ist es nur Trick, was Harald Landefeld da auf der Bühne treibt. Es geht weit über das hinaus, was von einem Zauberer erwartet wird. Wenn er uns beispielsweise klar macht, dass das Nachahmen Prominenter heutzutage im Grunde eine Form des Analogiezaubers darstellt, hinterlässt das in unserem Bewusstsein eine weit größere Wirkung, als wenn er einfach nur erraten würde, an welchen Stellen er das Wachspüppchen mit den Nadeln stechen soll, so wie das von anderen Mentalisten vorgeführt wird. Bei ihm ist es wirklich Voodoo.

Sein stärkstes Experiment spart sich der Meister der bizarren Magie für den Schluss auf.
Die fünf relativ bekannten Symbole, die von der Gesellschaft für Parapsychologie benutzt werden, ordnet eine Dame aus dem Zuschauerraum völlig unbeeinflusst an. Harald Landefeld, der seine Wahl bereits vor der Show getroffen hat, weist mehrmals darauf hin, dass bereits die Übereinstimmung von zwei Symbolen ein sehr großer Zufall wäre. Darum ist die Verblüffung des Publikums echt und der einsetzende Schlussapplaus stürmisch, als der Magier die komplette Übereinstimmung aller fünf Symbole präsentiert.

Vor der Pause kam noch einmal „Micha“ auf die Bühne. Die Zuschauer bekamen nun etwas Lustiges zu sehen. Eine herrliche Parodie auf „Frag doch mal die Maus!“ Nach dem Motto: „Das ist der Micha!“ und „Der Micha zeigt uns heute mal einen Zaubertrick.“, erklärte er, wie man ein Tuch in ein Ei verwandelt. Das hohle Plastik-Ei wurde dann in seinen Händen zu einem echten Hühnerei, das er in ein Glas schlug. Lecker!

Bevor „Micha“ den zweiten Künstler des Abends ankündigte, erschienen noch einmal zwei alte Bekannte auf der Bühne. Der Hase Horst, der sein Herrchen stets mit dessen Krefelder Vergangenheit ärgert, sowie dessen Freund, der singende Storch, der momentan nicht singen kann, da er einen Frosch im Hals hat.

Zaubersalon Wuppertal 2012 09 114Mike Sönnecken, Mitglied des Magischen Zirkels Wuppertal, trat in authentischem Renaissance-Gewand als „Q“ auf. Nach eigenen Angaben schon mehrere hundert Jahre alt und Überlebender der Pest, sowie anderer Zivilisationskrankheiten, wärmte er seinen Intellekt erst einmal mit der Vorführung des „Magischen Quadrates“, sowie eines weiteren verblüffenden Rechenkunststückes auf.
Sein für die weitere Show unerlässliches Feingefühl kalibrierte er dann als „Menschliche Waage“, wobei er mit verbundenen Augen exakt ausjustierte, wie viele Karten er auf seiner Handfläche liegen hatte. Jetzt war er soweit, dass er das Sternzeichen einer Zuschauerin erahnte und dann mit derselben einen interessanten Buchtest vorführte. Bei diesem mentalen Experiment, in das er noch einen weiteren Gast mit einbezog, wird durch Gedankenkraft eine bestimmte Textstelle aus einem frei gewählten Buch übermittelt.
Dann berührte er den assistierenden Herren zweimal an der Schulter, was die Dame trotz Zaubersalon Wuppertal 2012 09 137Augenbinde deutlich zu spüren behauptete.
Vor der kurzen Pause, die er zur Wiedererlangung seiner geistigen Kräfte nötig hatte, erlebten die Anwesenden die zauberhafte Vervollständigung eines Puzzles.

Die Pause versüßte noch einmal „Micha“ mit Mentalmagie der komischen Art. Als tschechischer Zauberer, der zunächst scheinbar nicht herausfinden kann, welches Prominenten-Foto eine Zuschauer-Assistentin gewählt hat, mutiert er unter einem Stoffbeutel zu Prinz Charles.

In „Q“’s zweiter Runde wurden mehrere Teilnehmer gebeten, ihre Wünsche auf Visitenkarten zu schreiben. Auf verschiedene Weise gelingt es dem Magier und Alchimisten, diese zu erraten.

 

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