Zaubersalon Wuppertal 2012 11 010Den 24. Zaubersalon moderierte unser Zauberfreund Jürgen W. Urbahn vom Ortszirkel Rösrath. Seine erste Amtshandlung an diesem Abend war die Ehrung unseres Zirkelmitgliedes Hans Dillenberg für dessen 15jährige Mitgliedschaft im Magischen Zirkel von Deutschland.

Alsdann warf er einem Herrn im Publikum ein unsichtbares Kartenspiel zu, ließ es mischen, eine Karte frei wählen und diese verkehrt herum ins Spiel geben. Als der Zuschauer das Kartenpäckchen dann zurück auf die Bühne warf, wurde es erstmals sichtbar, und Jürgen Urbahn zeigte dem staunenden Publikum, dass sich tatsächlich die gewählte Karte gedreht hatte.

Zaubersalon Wuppertal 2012 11 025Nun wurde der erste Künstler angesagt. Dan(iel) Berlin aus Düsseldorf. Quirlig und temperamentvoll, mit gelegentlichen Tanzeinlagen wärmte er die Gäste erst einmal auf, indem er sie zu Fingergymnastik und gegenseitigen Schultermassagen animierte. Zunächst erschien  eine schwere Bowlingkugel aus einem viel zu kleinen Koffer und krachte dröhnend auf das Parkett. Dann zauberte Dan Unmengen von Münzen aus den Jacken, Ohren, Nasen und auch anderen Körperteilen der Anwesenden und sammelte sie in einem Sektkühler.

Er versteht es besonders gut, die Zuschauer in das Geschehen mit einzubeziehen. So mussten zwei der Anwesenden Schilder hochhalten, sobald eine Situation magisch, oder auch erotisch bewertet wurde. Ein anderer, unser Zirkelfreund Donatus, bekam eine „Magische Schatztruhe“ zum Halten, die er immer mal wieder in Erinnerung zu bringen hatte.

Den ersten Teil seiner Show beendete Dan Berlin mit einem Klassiker. In der Jacke eines auf die Bühne gebetenen Zuschauers ließ er eine brennende Zigarette verschwinden. Neu war hier, dass die Zigarette ganz offensichtlich in seine Ziertuchtasche wanderte, denn hier qualmte sie lustig weiter, bis Dan unter tosendem Applaus die Bühne wieder für Jürgen Urbahn frei machte.

Man könnte den Eindruck haben, Heinz Erhardt sei zurückgekehrt, wenn man Jürgen zaubern sieht. In seiner leicht verwirrten scheinenden Art machte er nun Werbung für das neuste i-phone, das auch als Geldautomat genutzt werden kann. Also ließ Jürgen einen 50,- €-Schein daraus erscheinen. Normalerweise ein Drei-Sekunden-Effekt; Jürgen W. Urban, der jahrelang im Vorstand des Magischen Zirkels von Deutschland gearbeitet hat, macht daraus jedoch ein Feuerwerk an Wortwitz und Situationskomik.

Zaubersalon Wuppertal 2012 11 043Der zweite Künstler an diesem Abend war Jens Voigt aus Erkelenz. Er spielt den aufgeregten, scheinbar etwas tölpelhaften Zauberanfänger, der unsicher mit farbigen Seidentüchern herum fummelte und sie dann auf den Boden fallen ließ. Hier verwandelten sie sich in ein vierfarbiges Tuch, aus dem Jens nun eine Rose, ein Glas und ein Getränk produzierte.

Es folgten gekonnte Münzen- und Kartenmanipulationen, die erkennen ließen, dass er nicht erst seit gestern zaubert. Immer wieder erschienen und verschwanden Münzen in seinen Händen und ganze Kartenfächer wanderten von hier nach da.

Der nun folgende Trick war vielen Anwesenden neu. In einem Kartenfächer, der offensichtlich nur aus roten Karten bestand, tauchte auf magische Weise immer wieder eine einzelne schwarze Karte auf.

Nun zeigte Jens ein sehr anspruchsvolles Kunststück, bei dem er, teilweise unterstützt von einem Zuschauer, Münzen ein hauchdünnes Tuch durchdringen ließ. Zum Schluss durchdrang eben dieses Tuch, frei sichtbar, ohne jede Abdeckung, den Griff seines Zauberkoffers. Toll!

Er kündigte nun an, eine verschwundene Spielkarte in einem Handy wieder erscheinen zu lassen und erbat sich hierzu das neue Telefon von Jürgen, das er, zur großen Freude der Anwesenden, auf dem Bühnenboden zerdepperte. Der entsetzte Jürgen bekam sein iPhone natürlich zurück. Zusammen mit der vermissten Spielkarte tauchte es in einem platzenden Luftballon wieder auf. Ein klasse Finale, für das Jens Voigt großen Applaus erhielt.

Nach der Pause betrat noch einmal unser Moderator Jürgen die Bühne und stellte seine seherischen Fähigkeiten unter Beweis, indem er eine Spielkarte, einen Beruf, eine Farbe und ein Datum erriet, die vier Damen und Herren aus dem Publikum sich ausgedacht hatten.

Der zweite Teil von Dan Berlins Show begann mit einer witzigen optischen Täuschung. Nachdem die Zuschauer sekundenlang eine rotierende spiralförmige Figur fixiert hatten, schien Dans Kopf comicartig in die Breite zu gehen und wie ein Ballon anzuschwellen. Eine lustige Sache, die in der Bandfabrik zum ersten Mal gezeigt wurde.

Dan verwandelte dann ein großes Tuch in einen Spazierstock. Das Tuch tauchte in seinem Ärmel wieder auf. Ständig gingen die Schilder hoch, denn alles wurde als magisch und erotisch empfunden, und  alle Augenblicke wies Donatus darauf hin, dass er ja noch die „Magische Schatztruhe“ hatte. Und die Ziertuchtasche qualmte immer noch.

Stets von flotter Musik untermalt, zeigte Dan nun Henry Wahl, dem Initiator des Wuppertaler Zaubersalons, dass man sich durchaus von Papiertaschentüchern ernähren kann, dass diese schmackhaft und nahrhaft sind und manchmal auch noch aromatisiert. Während Henry die Tücher als furztrocken empfand, verwandelten sie sich in Dans Mund in kilometerlange Papierschlangen, die vom Publikum begeistert eingesammelt wurden, um sie bei eBay zu versteigern.

Bevor Jürgen W. Urbahn den dritten Künstler des Abends, Marendo, ankündigte, gab er noch einen Klassiker der Zauberkunst zum Besten. Aus der Hand eines Zuschauers wanderten drei Spielkarten hinüber zu der Hand einer Zuschauerin. Hierbei ließ es sich Jürgen natürlich nicht nehmen, hemmungslos mit beiden zu flirten.

Zaubersalon Wuppertal 2012 11 099Marendo war als Nachfolger von Punx angekündigt worden. Punx war in den 50er und 60er Jahren einem breiten Publikum bekannt, da er schon in den Anfängen des Deutschen Fernsehens auf dem Bildschirm zu sehen war. Seine Spezialität war die „Geschichten erzählende Magie“. Und in diesem Sinne erlebte das Publikum an diesem Abend auch Marendo. Mit ruhiger, gut geschulter Stimme erzählte er vom Zusammenhang der Spielkarten mit bestimmten Daten des Kalenders. Eine Zuschauerin wählte völlig frei ein Datum aus und suchte aus einer Liste die entsprechende Spielkarte heraus. Ausgerechnet diese Karte fehlte in einem Spiel, das Marendo erst jetzt in die Handlung mit einbrachte. Wo war sie geblieben? Zum absoluten Erstaunen aller Anwesenden fand sie sich unter einem Tischchen in unmittelbarer Nähe der Dame aus dem Publikum. Wahnsinn!

Der Künstler begeisterte darauf hin mit seinen telepathischen Fähigkeiten. Nachdem die Zuschauer aus einem Telefonbuch eine Seite ausgewählt hatten, konzentrierte ein Zuschauer sich auf bestimmte Namen und Telefonnummern auf dieser Seite. Marendo erriet sie alle fehlerfrei.

Schließlich beendete er sein Programm mit der Vorführung des „Gläsernen Herzens“. Ein Kunststück, das bereits sein großes Vorbild Punx berühmt gemacht hatte und das als dessen Paradetrick galt. Dabei wird ein Herz aus Glas mit einem Pfeil durchbohrt. Wird der Pfeil anschließend entfernt, ist das Glas unverletzt. Die Geschichte aber, die Marendo dazu erzählt, ist geeignet, dem Publikum das Blut in den Adern gefrieren zu lassen.

Ein schöner Abschluss eines gelungenen Abends war das Finale, zu dem noch einmal alle Künstler auf die Bühne kamen.

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