Zaubersalon Wuppertal 2011 12 006Trotz Schulferien und Vorweihnachtsfieber war der 14. Zaubersalon „proppenvoll“. Es hatte sich wohl herumgesprochen, dass Mark Gettmann sein neues Soloprogramm zeigen wird. Der Berufszauberkünstler und mehrfache Preisträger aus Köln, der in der Zauberszene sehr bekannt und beliebt ist, gestaltete den Abend ganz allein. Das Publikum erlebte zwei ca. einstündige Sequenzen, die, der besseren Sicht wegen, zusätzlich mit einem Beamer an die Wand projiziert wurden.

Gleich zu Anfang bewies der Künstler seine Professionalität, indem er die an diesem Abend nur spärlich anwesenden Kinder begrüßte. Er tat dies auf eine Art und Weise, für die so manch anderer hochkantig aus dem Lokal geflogen wäre. Ihn jedoch machte das nur noch sympathischer.

Im ersten Teil bat Mark zwei Zuschauerinnen nach vorne an den Tisch. Nachdem die Damen Platz genommen hatten und man sich vorgestellt hatte, führte er in seiner unnachahmlichen Weise - eine Mischung aus Charme und Spitzfindigkeit - ganz erstaunliche Münzen-Kunststücke vor, wobei die Geldstücke, es handelte sich um US-Dollar, auf unerklärliche Weise immer wieder unter eine Tischglocke, seine „Bimmel“, wanderten. Zwischendurch durchdrangen sie die Tischplatte, wanderten von Hand zu Hand und schienen nur seinem Willen zu gehorchen. Zur großen Freude der anwesenden Kunstliebhaber bewies er auch, dass eine Münze durchaus mal nach oben „fallen“ kann, anstatt immer nur nach unten. Ein ganz starker Trick, der sozusagen sein Markenzeichen ist.

Zaubersalon Wuppertal 2011 12 028Es folgten sehr gekonnte Kartenkunststücke, in deren Verlauf die Damen, die links sitzende hatte es ihm besonders angetan, eine Menge lernen konnten. So brachte Mark ihnen beispielsweise bei, wie man eine bestimmte Anzahl Karten richtig abhebt, oder umgekehrt, die Anzahl sicher feststellt, ohne nachzuzählen. Am Ende dieses Kartenkurses für Fortgeschrittene hatte sich das gesamte Spiel auf magische Weise neu geordnet.

Obwohl alles am Tisch und unter den Augen der beiden Zuschauerinnen stattfand, verschaffte der Beamer auch allen anderen Zuschauern ein hautnahes Erlebnis, das noch lange in ihrer Erinnerung haften bleiben wird.

Der erste Teil endete damit, dass Mark Gettmann der rechten Dame an den Nacken tippte, was die andere, obwohl sie ganz sicher nichts sehen konnte, deutlich spürte. Mit diesem Experiment stimmte der Künstler das Publikum auf den zweiten Teil ein, in dem es um mentale Effekte ging.

Nach einer kurzen Pause, in der sich die Gäste mit Getränken versorgten, mussten drei Personen aus dem Publikum zu Mark auf die Bühne kommen und ihre Gedanken auf kleine Zettel notieren oder zeichnen. Auf magische Weise erriet er alle drei Informationen. Sehr spektakulär, Rücken an Rücken mit einer Zuschauerin, zeichnete er, nur durch Gedankenkraft geleitet, mit wenigen Strichen eine von ihr gedachte Krone.

Bei seinem nächsten Kunststück erriet er ein Wort aus einem Kriminalroman, welches sich ein Zuschauer völlig frei ausgesucht hatte. Sehr passend zur Situation lautete dieses Wort „Aberglaube“.

Zaubersalon Wuppertal 2011 12 046Es folgte das, schon aus den Medien bekannte, Zerschlagen von Pappbechern, wobei unter einem Becher ein gefährlich langer Nagel versteckt ist. Mark machte dieses Kunststück mit Hilfe einer Zuschauerin zu einem wahren Nervenkitzel. Die Hand blieb gottlob heil, und so konnte er das nächste Kunststück vorführen. Nur mit dem Mund fand er eine von einer Zuschauerin gewählte und unterschriebene Karte wieder. Was bei anderen eher unappetitlich wirkt, wird bei Mark Gettmann zu einem Genuss. Hier erlebt man mentale Magie ohne Überheblichkeit und Esoterik-Touch. Am Schluss des zweiten Teiles folgte dann der absolute Hammer.

Mehrere Zuschauer notierten hohe Zahlen um ca. 50 000, die dann mittels eines i-phone-Besitzers addiert wurden. Das Ergebnis hatte der Zauberer ganz zu Anfang des zweiten Teiles als Vorhersage auf den Tisch gestellt. Es lautete 201 211. Wurde diese Zahl nun mit Punkten versehen, so hatte man das Tagesdatum: 20.12.11. Klasse!

Kein Wunder, dass das begeisterte Publikum eine Zugabe verlangte. Und die kam auch prompt. In der Hand einer Zuschauerin verstellte sich ihre eigene Armbanduhr fast exakt auf die Stunde, die sie vorher bestimmt hatte. Während dieses Vorganges berührte der Magier die Uhr in keiner Weise.

Das Publikum bedankte sich mit nicht enden wollenden Applaus für diesen magischen Abend.

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