Bild0012Der 53. Zaubersalon und mein erster in der „Börse“.

Die „Börse“ in Wuppertal blickt auf eine 40-jährige Geschichte zurück. Wenn sie auch nicht den Charme der vorangegangenen Lokalität erreicht, so bietet sie doch unleugbar einige Vorteile:

  • Platz für mindestens 120 Gäste mit etlichen zusätzlichen Stehtischen
  • Ausreichend Parkplätze
  • Ein erhöhtes, frei sichtbares Bühnenpodest. Die Bühne ist außerdem groß genug für Raum fordernde Illusionen
  • Ein separates Bistro mit vielen Sitzmöglichkeiten und einen großzügigen Aufenthaltsbereich
  • Hauseigenes Personal, das sich um Technik und Bestuhlung kümmert

Bild0024Bevor der angekündigte Künstler sein Soloprogramm begann, gab es in einer eigens hierfür eingerichteten Clos-up-Ecke ein wenig Tischzauberei zur Einstimmung.

Thomas Künstner stammt aus Bayern, lebt in Düsseldorf und zaubert unter andrem in Wuppertal. Die Magie begleitet ihn seit seiner Kindheit und zu seinen Lieblingen gehören die Klassiker, die Kartenkunst und die Mentalmagie. Und genau das schlägt sich auch in seinem etwa zweistündigen Soloprogramm nieder.
 
Im ersten Teil sahen wir ein Tuchverschwinden aus einem geschlossenen Glasgefäß, den Drei-Seil-Trick, eine Geldscheinverwandlung mit einem geliehenen Geldschein, das klassische Ringspiel, bei dem wirklich jeder Ring einzeln von den Zuschauern geprüft wurde, sowie einen spannenden und gruseligen Mentaltrick, bei dem es zu einer rätselhaften Zahlenübereinstimmung kam.

Bild0028Thomas ist ein brillanter Redner, der seine Kunststücke mit viel Wortwitz und tiefgründigem Humor vorträgt. Wenn er von Faust erzählt und von seltsamen Begebenheiten in abgelegenen Motels in den Staaten, merken wir, dass er viel Zeit und Liebe in die Erarbeitung seiner Nummer gesteckt hat. Und das hat sich gelohnt.

Sachverstand und ein ganz spezifischer, unnachahmlicher Humor kennzeichnen diesen Künstler; und wir spüren, dass da jemand ist, der uns nicht foppen, sondern angenehm und niveauvoll unterhalten möchte. Es gelingt ihm.

Der zweite Teil seiner Darbietung war der Kartenmagie gewidmet.

Bild0107Während er von Dr. Johann Nepomuk Hofzinser aus Wien berichtete, einem der größten Virtuosen der Magie, zelebrierte er ihm zu Ehren ein wunderbares Kartenkunststück, bei dem eine frei gewählte und unterschriebene Zuschauerkarte immer wieder den Aufenthaltsort wechselte, um schließlich in einem verschnürten Holzkästchen zu landen, das die gesamte Zeit über abseits gestanden hatte.


Bild0165Es folgte ein Buchtest mit einer zweifachen Übereinstimmung. Hier kam auch der „Deutsche Rechtschreibduden“ zur Anwendung, was dem Ganzen eine offizielle, fast amtliche Note verlieh. Bei seinem Abschlusskunststück, bei dem zwei Kartenpäckchen auf magische Weise das Chaos überwinden und eine neue Ordnung schaffen, glaubte das Publikum, Dr. Hofzinser selbst vor sich zu sehen. Der Bayer war ganz und gar zum charmanten Österreicher geworden.

Ja. Diesem Mann würde man auch einen Gebrauchtwagen abkaufen.

Sicher wird es noch eine Weile dauern, bis das Wuppertaler Publikum die neue Lokalität angenommen hat, aber das 100. Jubiläum kommt schneller, als man denkt und die ersten Fans sollen auch schon übergelaufen sein.

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