IMG 5665Der 56. Zaubersalon wurde von den „Jungen Wilden“ gestaltet, nachdem im Juni der versammelte Altenklub des Magischen Zirkels Wuppertal zu sehen war.

Marc Weide, der inzwischen die ganze Welt bereist, hatte sich an seine Wurzeln erinnert und eine brillante Moderation hingelegt.

IMG 5671Da wir uns die letzten Male noch kurz vor 20.00 Uhr gegenseitig die Plätze in der vorderen Reihe angeboten hatten, war ich an diesem Abend später dran. Wie überrascht war ich daher, dass ich gerade noch einen Stehplatz ergattern konnte. So voll hatte ich die Börse noch nie erlebt. Sofort erinnerte ich mich an die gute alte Zeit in der Bandfabrik. Aber nun scheint das Wuppertaler Publikum die neue Lokalität endgültig angenommen zu haben.

IMG 5695Nach Marcs einleitenden Worten betrat Jan Hendrix aus Holzwickede die Bühne und startete mit einem dreiminütigen Zungenbrecher. Dann erklärte er auf magische Art, wohin die Zuschauer im Katastrophenfall zu flüchten hatten. „Exit“ heißt das Kunststück, bei dem Pfeile immer wieder die verrücktesten Kapriolen schlagen, um sich schließlich in ein Feuerzeichen zu verwandeln.

IMG 5729Danach zeigte Jan, den man auch die „Knutschkugel der Zauberkunst“ nennt, pantomimisch, wie er das Zaubern erlernt hat. Zu den Klängen von „Frag doch mal die Maus“, zerdrückte er Bananen und ließ sie in einem Tuch verschwinden.

Anschließend holte er sich eine kleine Zuschauerin auf die Bühne, mit der er dann gemeinsam ein tolles Seilkunststück vorführte. Schon jetzt war das Publikum völlig begeistert, vor allem auch von der Art, wie er mit Zuschauerassistenten umging. Als er aber dann schließlich in einem entliehenen Jackett eine brennende Zigarette verschwinden ließ, tobten die mehr als 150 Zaubersalon-Besucher vor Begeisterung und alle stellten sich nur die eine Frage: „Wer, um alles in der Welt, trägt bei dieser schwülen Hitze ein Jackett?“

IMG 5810Bevor Marc Weide den zweiten Künstler ansagte, glänzte er mit seinem „Becher“. Den Zuschauern blieb die Spucke weg. Mein Nachbar zur Linken, der, offensichtlich wegen der Hitze, dem Alkohol etwas zu stark zugesprochen hatte, wurde plötzlich ganz still…

IMG 5842Bei Marcelo Lang aus Münster scheint der Name Programm zu sein, denn er heißt nicht nur Lang, er ist tatsächlich über zwei Meter groß. Er gab sich tapsig und unbeholfen, als er mit Riesenkarten einen Kümmelblättchen-Effekt zeigte, bei dem der Zuschauer eine bestimmte Karte im Auge behalten soll. Bei Marcelo freilich passierten Flops. Umso mehr und kindlich freute er sich dann, wenn doch noch etwas klappte.

Auch bei seinem zweiten Kunststück ging scheinbar so einiges schief. Immer wieder machte ein Karo König ihm das Leben schwer. Letztendlich fand er aber die Zuschauerkarten auf humoristische Art wieder.

Vorrangig vermittelte er den Eindruck eines Clowns, der auch zaubern möchte. Eine interessante Figur, die sicher noch viel Potential enthält.

IMG 5883Nach der Pause zeigte Marc eine sehr verblüffende Routine mit einem kleinen und einem großen „Rubic cube“. Eine Premiere, wie er sagte.

Nun kam Marcelo Lang noch einmal auf die Bühne. Er hantierte zunächst ziemlich eklig mit zerkauten und lang gezogenen Kaugummis, die sich aber in einen Modellierballon verwandelten. Den blies er auf, verschluckte ihn, um ihn anschließend aus einer anderen Körperöffnung wieder hervorzuholen. Bei einem Zauberer hätte man „Pfui!“ gesagt, ein Clown aber darf so etwas. Mit Hilfe eines kleinen Zuschauerassistenten verbog er dann noch Besteck, wobei er den kleinen Jungen aus der ersten Reihe natürlich viel besser da stehen ließ, als sich selbst. Der Kleine war sichtlich stolz, und das brachte Marcelo Lang viel Sympathie beim Publikum ein.

Er beendete den zweiten Teil seines Programms mit einer gymnastischen Übung, zu der er sich eine hübsche junge Zuschauerin auf die Bühne holte. Während die Dame über eine normale menschliche Anatomie verfügte, konnte unser Zauberclown seine Arme auf unmögliche Art verdrehen.

IMG 6061Marc zelebrierte noch einen spektakulären Kartentrick, zu dem er sich wieder das besagte Jackett ausbat. Er spielte den unmöglichen Zuschauer, während der Besitzer der Jacke in die Rolle des Zauberers schlüpfte. Tolle Szene, die die Magie auf eine ganz ungewohnte Ebene führt. Unterhaltungskunst pur!

Tim Rambeaud aus Burbach war der letzte Künstler an diesem heißen Abend. Erst 18jährig, wurde er von Marc als der neue „Jüngste Zauberer“ angekündigt.

Er begann mit dem schönen alten Würfelkasten, bevor er eine interessante Zeitungs-Vorhersage brachte. Nachdem er eine Siegener Tageszeitung derart zerrissen hatte, dass nur noch kleinste Schnipsel übrig blieben, fanden sich auf einem dieser Schnipsel die Worte „Wut“, „Bauparzelle“ und „Sopran“. Zunächst nichts Dolles… dann aber arrangierte er die Buchstaben neu, und es kam heraus: „Zaubersalon Wuppertal“! Ein sehr kreativer Einfall, wie ich finde.

IMG 6127Die anschließende Wahl einer Spieluhr, die das von einer Zuschauerin bestimmte Lied erklingen ließ, ging akustisch leider etwas unter. Die Melodie war einfach nicht richtig zu hören. Leider trug noch eine Technikpanne ihren Teil dazu bei, dass dieses schöne Kunststück nicht richtig rüber kam. Tim, der für sein Alter übrigens schon ein hervorragender Sprecher ist und sich auf der Bühne durchaus zu bewegen versteht, machte alles wieder gut, indem er einen Tisch hoch über den Häuptern des Publikums schweben ließ.

IMG 6146Vor dem Finale bewiesen die vier Künstler, die man sich in dieser Zusammensetzung übrigens gerne mal wieder wünscht, ihre Professionalität: Für die zu kurz gekommenen Kinder aus der ersten Reihe zauberte Jan Hendrix exklusiv noch einmal mit Schwammbällen.

IMG 6164Ein toller Abend! Oder wie Henry Wahl, der Initiator des Wuppertaler Zaubersalons sagte: „Es sieht so aus, als könnten wir noch nicht damit aufhören!“

 

 

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