Am 21.08.2018 hatte der ZauberSalon zu einer besonderen Ausgabe in „die börse“ geladen.

Die August-Show wurde, neben einigen erfahrenen Kollegen zur Unterstützung, vorallem vom Zaubernachwuchs gestaltet. So konnten die Zuschauer einmal live erleben, wo das Geld aus ihren Spenden hinfließe, scherzte der Moderator des Abends Frank Preußner zu Beginn.

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Die erste Künstlerin des Abends war Melli Hilgendorf. Sie war aus Braunschweig angereist und, trotz sichtlicher Nervosität, hatte sie das Publikum sehr schnell auf ihrer Seite. So wärmte sie sich, wenn sie schon den Anfang machen musste, gemeinsam mit ihrem Publikum magisch auf, was bei vielen für die ersten erstaunten Gesichter sorgte. Das sollte sich auch beim nächsten, diesmal mentalen, Kunststück nicht ändern. So wollte die Zauberin die Gedanken von drei Zuschauern richtig voraussagen. Etwas zurückhaltend und leise wirkte Melli dabei leider, was aber gar nicht nötig war, denn sie vollführte mit ziemlicher Treffsicherheit ein Gedankenlese-Experiment, bei dem weder Worte noch Zahlen ihr irgendwelche Schwierigkeiten zu bereiten schienen. Die ohnehin schon große Verblüffung der Zuschauer dürfte die Magierin gerne zum Anlass nehmen, auf der Bühne noch etwas mehr aus sich heraus zu kommen, um zu dem tollen Effekt eine ebenso gute Bühnenpräsenz zu schaffen. So oder so aber hat Melli einen wunderbaren Einstieg in den magischen Abend dargeboten, den die sympathische Zauberin mit einem kleinen Kartengag zum Schluss zu Ende brachte. Wer den Weg der jungen Braunschweigerin verfolgen möchte, kann sich derzeit auf der Facebook-Seite www.facebook.com/MelllisZauberei über ihren Werdegang informieren.

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Als nächster Künstler betrat der 14-jährige Juri Buschmann die Bühne. Juri ist Schüler an der Magic Academy in Witten, und hat seiner gleichaltrigen Kollegen vermutlich einige Auftrittserfahrung voraus. An diesem Abend jedenfalls begeisterte er mit viel jugendlichem Witz und hochklassigen Effekten die Zuschauer.

Er verleitete auf witzige Art das ganze Publikum zum Mitmachen, ließ eine unterschriebene Spielkarte wundersame Wege zurücklegen und wagte sich sogar an ein feurig-fruchtiges Experiment mit dem Geldschein eines Zuschauers. Dabei bewies er beeindruckende Souveränität, die man dem jungen Blondschopf auf den ersten Blick vielleicht nicht zugetraut hätte. Wenngleich es auch gar nicht nötig wäre, jeden der „alten“ Gags in seinem Text unterzubringen, denn der junge Zauberer zeigte sich durchaus in der Lage, auch neuartige Wortwitze mit einfließen zu lassen. Wer Juri auf der Bühne zu sehen bekommt, merkt ihm den Spaß am Zaubern an, und wird ziemlich schnell davon angesteckt. Eine großartige Leistung!

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Als letzten Zauberer vor der Pause bat der Moderator einen weiteren Schüler der Magic Academy auf die Bühne. Jan Liermann ist 13 Jahre alt, beschäftigt sich seit gut vier Jahren mit der Zauberei und hat ebenfalls schon einige Auftrittserfahrung gesammelt. Sein Augenmerk an diesem Abend lag auf Klassikern der Zauberkunst, mit Bechern, Schalen und Bällen unterschiedlicher Form. Mit großer tricktechnischer Sicherheit entlockte er so seinen Requisiten tolle Effekte, die das Publikum zurecht mit Erstaunen würdigte. Zudem präsentierte er einen vermeintlich typischen Kartentrick mit einem unerwarteten Ende.

Ein bisschen weg von der sauberen, aber doch reinen Technik hin zu etwas mehr selbstbewusster Bühnenpräsenz, das fehlt dem jungen Zauberer noch. Dennoch: Jan ist unbestreitbar ein sympathischer, talentierter Nachwuchsmagier, dessen Auftritt zuzuschauen viel Spaß gemacht hat, und der seinen großen Abschlussapplaus auch gerne eine Weile länger genießen darf!

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Der erste Künstler nach der Pause hatte einen deutlich weiteren Weg zurückgelegt. Der aus Hannover stammende Manuel Sanetra ist dem dortigen Publikum auch nicht fremd, hilft er doch im ZauberSalon Hannover hinter der Bühne aus, oder betritt sie wie auch an diesem Abend in Wuppertal als Künstler. Der charmante 21-jährige gab sehr unterhaltsam Kunststücke rund um sein Thema des Abends zum Besten: Schule. Von der Frage, wie ihm die Zauberei beim Spicken geholfen hat (oder auch nicht), über die Eigenarten von im Deutschunterricht verhassten Büchern in seinen und den Händen seiner Zuschauer bis zu einer Matheaufgabe, die sich hinter einer unglaublich schnell und großartig vorgeführten Seilroutine versteckte. Mit sehr viel Wortwitz, einer Erzählweise, der man stundenlang zuhören könnte und einer besonderen Kreativität bei der Untermalung seiner Tricks begeisterte Manuel zu recht das Wuppertaler Zauberpublikum. Ein grandioser Auftritt, der hoffen lässt, Manuel öfter vom einen in den anderen ZauberSalon locken zu können!

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Chris Calvin war bereits mehrere Mal gern gesehener Gast in der „börse“. Doch an diesem Abend überraschte er die Wiederholungstäter unter den Zuschauern und erheiterte das gesamte Publikum mit einer für ihn neuartigen Performance. Der junge Magier, den man durch seine seriöse, bodenständige und teilweise auch tiefgründe (und vorallem tief beeindruckende) Zauberei kennt, zeigte an diesem Abend die Premiere eines eher auf die Komik ausgelegten Kunststücks. Gemeinsam mit einem Freiwilligen vollbrachte er unter einer Menge verfeinerten Redewendungen ein effektvolles Kunststück mit einem Ei und einem Beutel. Und das ist wörtlich zu nehmen, geschah doch der zweite Teil des Tricks GÄNZLICH in den Händen des Zuschauers. Dieses kaum gesehene Ausmaß des Klassikers machte das Zauberische in Chris‘ Auftritt ganz und gar magisch. Auch die Comedy steht dem jungen Rheinländer eigentlich ganz gut zu Gesicht. Wenn es sprachlich doch an manchen Stellen zu ambitioniert verschnörkelt war und so einige Gags nicht zur Geltung kommen konnten, befindet sich der Magier mit der Mischung aus Comedy und feinsinnigem Sprachspiel doch auf einem guten Weg zu einer ganz eigenen Zauberkunst, die sicherlich auch weiter Zuschauer in ihren Bann ziehen wird. Mehr Infos über Chris findet man unter www.chris-calvin.com

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Zu guter Letzt hatte der ZauberSalon noch das Duo „Die AndersArtigen“ eingeladen, bestehend aus Phil Schmitz und Christian Gadow. Artigkeit kann man den beiden nicht unterstellen, aber anders sind sie in jedem Fall.

Schon das Intro der beiden lässt erahnen, dass es trotz teils großer, vielleicht fast schon für kleine Bühnen zu großer, Requisiten bei den beiden keinesfalls nur um beeindruckende Zauberei geht. Vielmehr erreichen Christian und Phil laut lachende Zuschauer, in dem sie sich durch ihr einmalig verworrenes Mit-und-Gegen-und-Hinter-und-Nebeneinander aus einer Fesselung befreien, oder die beiden gegenseitig zum Opfer ihrer Liebe zur Las Vegas-Zauberei werden, was Christian zwar nur einen Tanz, Phil aber gleich seine Beine kostet.

Die beiden aus Köln und Wesel stammenden Magier bilden zusammen auf der Bühne ein skurriles Gespann, das aus seiner Selbstironie und dem unverwechselbaren Zusammenspiel heraus wirklich verblüffende Effekte auf die Bühne zaubert, unter dem Lachen und tosenden Applaus der Zuschauer.

Mehr über „Die AndersArtigen“, Auftritte in Mixshows und vorallem ihre absolut lohnenswerte Soloshow gibt’s unter www.dieandersartigen.de

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Abwechslungsreich und selbst mit einer Vielzahl an Künstlern trotzdem nicht überladen, war der ZauberSalon Wuppertal im August wieder eine großartige Show. Und vorallem, und da zitiere ich gerne noch einmal den Moderator des Abends: „Wenn das die Zauberer-Jugend ist, ist mir um die Zukunft nicht bange.“

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