„Sie sind ein zauberhaften Publikum – wir werden sie weiterempfehlen!“ – Damit sprach Hans-Jürgen Kellner uns an diesem Abend, stellvertretend für das ganze Jahr, aus der Seele.

Künsterlisch gestaltet wurde der Abend von Mitgliedern des Magischen Zirkels Lüdenscheid.

Der letzte ZauberSalon Wuppertal im Jahr 2018 stand im Zeichen der Vorweihnachtszeit und vorallem des Gedenkens an den Gründer des Wuppertaler ZauberSalons Henry Wahl, der im Dezember 2016 verstorben ist.

Mit einer rührenden Ansprache eröffnete Matto Grosso den Abend, in Erinnerung an den letzten gemeinsamen ZauberSalon mit Henry im November 2016 und einen Wunsch, den Matto Grosso ihm im Nachhinein noch erfüllen wollte: Er erzählte eine Geschichte über ein lustiges Missverständnis rund um „die Gläsers“, eine Geschichte, die Henry offenbar gern gehört hatte, und sicherlich auch an diesem Abend allzu gerne auf der Bühne des ZauberSalons gesehen hätte. Somit hat Matto Grosso auf schöne und respektvolle Weise einen Bogen geschlagen von der Erinnerung an Henry hin zum zauberischen Teil des Abends.

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Moderiert wurde der Abend von Timothy Thomson. Der gern im ZauberSalon gesehene Gast führte mit seinem entspannten Wesen und ein paar eignen Kunststücken durch die Show. Dabei band er auf sehr angenehme Weise die „Formalia“ rund um Austritt und Soziale Medien über den Abend verteilt in seine Moderationen ein – und bewegte so zumindest einen Zuschauer sogar zum Mitmachen. Hätte man sich eigentlich denken können, dass der Wunderverkäufer Timothy auch den ZauberSalon an den Zuschauer bringen kann.

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Den ersten Auftritt des Abends absolvierte der Zauberkünstler Marc Haufer. Seines Zeichens amtierender deutscher Vizemeister der Kartenzauberei, vollführte er natürlich auch an diesem Abend nach einem kleinen Mentalkunststück einen Kartentrick. Nach einer Erklärung wichtiger Positionen, Griffe und Effekte auf unterhaltsame Weise kam Marc auf den Zauberkünstler Johann N. Hofzinser zu sprechen. Zu seiner Zeit war Hofzinser Salonmagier, aber eben auch Kartenkünstler. Ein 160 Jahr altes Kunststück von Hofzinser hatte Marc an diesem Abend mitgebracht, bei dem er unglaublich schnell und scheinbar wie durch Zufall die frei gewählten Spielkarten zweier Zuschauer wiederfand – sowohl die, die sie sich gemerkt hatten, als auch die, die eigentlich vergessen schienen. Ein Rätsel rund um einen Ring und ein Seil und eine folgende technisch wunderbare Seilroutine rundete den ersten Teil seines Auftritts ab. In der zweiten Hälfte holte Marc abermals ein Kartenspiel hervor, und versetze mit einer großartigen Reihe zwar klassischer, aber wunderbar hervorgehobenen Karteneffekte das Publikum in großes Erstaunen. Eine zufällig gewählte Karte wiederzufinden ist ja irgendwie immer die Aufgabe eines Kartenkünstlers – aber so flink und undurchschaubar muss man es erstmal können. Auch in diesem Kunststück zeigte sich, dass Marc in seiner gesetzten Bühnenperson vorallem eines kann: Mit die sauberste Ausführung auch komplizierter Techniken, die ich seit langem gesehen habe. Das Tempo, dass er dabei vorlegt, steht in ziemlichem Gegensatz zu seiner sehr ruhigen Sprechweise, gespickt mit kleinen Ausbrechern unerwartet linkischen Humors. Somit wirkt er als Person zeitweise vielleicht etwas reserviert und unterpräsent; dies wiegt er aber mit beeindruckenden Effekten problemlos wieder auf.

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Mehr über Marc erfahrt ihr unter www.haufer.de

Zauberkünstler Matto Grosso sagt von sich selbst zwei Dinge: Einerseits kenne er sich mit Illusionen und Täuschung aus, er sei früher Strafrichter gewesen; und andererseits könne er gar nicht zaubern, sondern arbeite mit einfachen Tricks. Ob sie ihm das abkaufen wollten, das mussten die Zuschauer letztendlich selbst entscheiden.

Der erste Teil seines Auftritts bestand in der Tat aus klassischen oder zumindest viel gesehenen Kunststücken. Da gab es wandernde Karten, scheinbar aus dem Nichts erscheinende Münzen und eine Zeitung, die aus einem Schnaps Wasser machen kann.

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In der zweiten Hälfte lud er einen Zuschauer zu einer Ausgabe der, offenbar Hamburgerischen, Spielshow „Einer wird sich wundern“ ein. Sein Mitspieler schien zwar zunächst gewonnen zu haben, eine kleine Flamme machte diesen Gewinn aber zunichte. Ganz verloren war er jedoch nicht, fiel eine weitere Wahl des Zuschauers doch auf den richtigen, erlösenden Gegenstand – die „Pringschel“-Dose.

Unterhaltsam war er irgendwie schon, Matto Grossos Auftritt. Keine besonders gute oder besonders schlechte Ausführung, keine langweiligen, aber auch keine besonders außergewöhnlichen Geschichten, die ihn zur Wahl seiner Kunststücke verleiten. Die Bühnenpersönlichkeit des Hagener Zauberkünstlers jedoch wirkte unstet und irgendwie rau. Einerseits vielleicht eine typische Nordlicht-Gewohnheit, die manche sehr schätzen; andererseits aber in meinen Augen schon haarscharf an der Art Respektlosigkeit und Grobschlächtigkeit vorbei, die auf keinen Fall auf eine Bühne gehört. Ein bisschen mehr Umsicht täte seinem Umgang mit den Zuschauern ganz gut, damit auch wirklich seine solide Zauberei in Erinnerung bleibt, und nicht nur seine derben Sprüche.

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www.mattogrosso.de

Der letzte Künstler des Abends war Hans-Jürgen Kellner. Als „Juergen und Co.“ ist er ein Allrounder; Bauchreden, Zauber und Ballonmodellierer zählen zu seinem Repertoire. An diesem Abend war er jedoch nur als Zauberer auf der Bühne des ZauberSalons.

Im ersten Teil seines Auftritts spielte er ein „Glücks“spiel mit einer Zuschauerin, das aber trotz synchroner Performance nur in der Hand der Zauberers gut ausging.

Dann ließ sich der Künstler von einer Zuschauerin in eine sehr kleine Fesseln, eine Art selbstgebaute Daumenfalle, legen. Damit gefesselt schaffte er es dennoch, seine Arme, zwei Ringe und die Arme der Zuschauerin miteinander zu ver- und zu entknoten, ohne die Fessel ein einziges Mal zu lösen.

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In der zweiten Hälfte brachte Juergen & Co. eine Verstärkung mit. Gemeinsam mit Doris wollte er sich nun mit der Intuition seines Publikums befassen. Zunächst glückten eine Vorhersage über ein bestimmtes Sternzeichen und die Übertragung eines Gedankens mit Hilfe einer ungewöhnlichen Gedankenschleuder problemlos. Die letzte Nummer aus der Reihe der Mentalexperimente war indes wesentlich aufwendiger. In einer Reihe von Zufällen bekamen vier kurzzeitig „geblendete“ Zuschauer eine bestimmte Farbe zugeordnet. Mit Hilfe ihrer Vorstellungskraft und der damit angedeuteten Assoziation konnte Juergen & Co. richtig raten, welche Farbe welchen Zuschauer erreicht hatte.

Wenn auch die entsprechenden Vorbereitungen teilweise etwas langwierig und hektisch wirkten, bot Juergen & Co., gemeinsam mit seiner Assistentin und reichlich Zuschauerbeteiligung, alles in allem unterhaltsame Zauberkunst mit schönen Effekten und durchaus außergewöhnlichen Präsentationen.

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www.hans-juergen-kellner.de

Das also war der letzte ZauberSalon im Jahr 2018! Ein riesiger Dank geht noch einmal an alle Künstler des Abends, überhaupt an alle, die jeden Abend auf der Bühne den ZauberSalon besonders machen, sowie an alle, die abseits der Bühne arbeiten. An „die börse“ für die wunderbaren Räumlichkeiten und die Verpflegung unserer Zuschauer; an Gernot Walter für die Filme, Bernd Grams und Julia Lukasch für die Fotos; und natürlich an Gunhilde und Jessie Wahl, die in liebevoller Erinnerung an den verstorbenen Henry den ZauberSalon mit so viel Mühe und Begeisterung weiterführen! Und nicht zuletzt an diejenigen, die vor der Bühne jeden ZauberSalon unsere Künstler mit Applaus belohnen und sich mutig zu den Zauberern auf die Bühne wagen – Danke an die Zuschauer!

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Wir wünschen allen Freunden des ZauberSalon Wuppertal ein wunderbares restliches 2018 und einen guten Rutsch ins neue Jahr! In dem es übrigens weitergeht mit dem ZauberSalon, wie gewohnt jeden 3. Dienstag im Monat in der „börse“. Wir freuen uns!

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