Am 19. März 2019 fand eine ganz besondere Ausgabe des ZauberSalon in der „Börse“ in Wuppertal statt – nämlich die insgesamt 100.!

Nach einem kleinen Sektempfang und einigen Dankesworten des „Börsen“-Inhabers Lukas Hegemann begann der Abend, an dem neben Moderator Dag Kleffmann drei unterschiedlichste Künstler eingeladen waren: Bauchredner Marcelini und die Zauberer Uwe Schenk und Sven Heubes.

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In seinem Eröffnungskunststück erweckte Marcelini ein nicht ganz auf den Punkt getroffenes Portait eines Zuschauers zum Leben, welches aber selbst nicht glücklich über seine Erscheinung zu sein schien. Grund genug auch für den treuen Begleiter des Bauchredners, Hund Oskar, mit einer Reihe
frecher Sprüche in seine gewohnt „großschnäuziges“ Interaktion gegenüber seinem Herrchen einzusteigen - zur Belustigung des Publikums.

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Der kleine RmG (Roboter mit Gefühlen) habe lange auf dem Dachboden gestanden, aber er wollte ihn nochmal hervorholen, und das, was viele Zuschauer im Publikum sehr rührte, in Erinnerung an den verstorbenen Henry Wahl, den Initiator der ZauberSalon, der diese 100. Show leider nicht mehr miterleben konnte. So erwachte der kleine Roboter tatsächlich in den Händen des Künstlers, und tänzelte eine kurze Zeit an seiner Seite über die Bühne, um sich dann wieder zur Ruhe zu legen.
Ganz anders war die Holländerin Edna van de Flitterglitter, eine schockierend schrullige Travestie-Puppe, die einen Zuschauer zu ihrem persönlichen Bühnenassistenten erkor für eine wirklich travestiereife Tanznummer, die sogar einen schnellen Kleiderwechsel beinhaltete. Zuletzt gab Edna die Verballhornung eines holländischen Volkslieds zum Besten. Eine wahrlich schräge Figur mit urkomischen Sprüchen, wie sie in der „echten“ Travestieszene nicht besser zu finden ist.

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Auch die Zauberei spielte bei Marcelini eine Rolle, ließ er doch in Form einer klassischen Routine kleine Bälle eine Schale in alle Richtungen durchdringen, und vermehrte und teleportierte Flaschen und ein immer wieder gefülltes Weinglas zu einem Lied über den Sinn und Unsinn des Lebens.
Mit seinen abwechslungsreichen Gästen und seiner Mischung aus Bauchrednern, Comedy, Zauberei und sogar Gesang bot Marcelini jedem Zuschauer etwas zum Sehen und Hören, zum Lachen und Staunen.

Uwe Schenk war zuletzt im Sommer 2018 in Wuppertal zu Gast, allerdings nicht als Künstler, sondern als Überbringer der besonderen Auszeichnung des ZauberSalon und der „Börse“ als „Magischer Ort“ des MZvD.

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An diesem Abend aber trat Uwe dann als Zauberer beim ZauberSalon auf. Sein Repertoire bestand dabei aus Klassikern der Zauberei, vorgeführt mit ruhigen, zwar einfach gehaltenen, aber für die Zuschauer durchaus unterhaltsamen Vorträgen. So erklärte er anhand von Seilen wie man eigentlich zaubern lernt; brachte mit scheinbar nicht zu verknotenden Seidentüchern einen „großen Zauberer“ und eine „kleine Assistentin“ zum Staunen und machte auch mit einem Ringspiel einen Bühnengast selbst zum magischen Mittelpunkt des Kunststücks.

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Uwes Zauberei ist zwar klassisch, aber nicht altbacken, denn seine Präsentationen sind durchaus fein durchdacht und die Zuschauerinteraktion unterhaltsam. Somit war es ein schöner Auftritt und eine besondere Freude, ihn beim 100. ZauberSalon begrüßt haben zu dürfen.

Der dritte Künstler des Abends war Sven Heubes. Er zeigte Kunststücke, bei denen er ausführlich aus Gedanken der Zuschauer las, als seien sie für ihn offene Bücher; bei denen er Karten mit Hilfe eines Haushaltsgerätes, das er zu einem mentalen Supergerät ernannt hatte, scheinbar telekinetisch von
einem Ort zum anderen wandern ließ; und bei denen er eine musikalische, fast schon parodische Hommage (oder umgekehrt) an den Rocksänger Joe Cocker verband mit einem Kunststück, bei dem, wie sollte es anders sein, Schnaps sich immer und immer mehr vermehrte.

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Mit schnellem und messerscharfem Humor verbunden mit beeindruckenden Kunststücken bot er nicht nur eine dritte, nochmal andere Art von Zauberei als seine Vorgänger, sondern auch ebenso unterhaltsame Augenblicke.

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Der 100. Wuppertaler ZauberSalon war wie die meisten seiner Vorgänger genau das, was man dem ZauberSalon immer zuschreibt: Abwechslungsreich, unterhaltsam, irgendwie schräg und lustig, aber auch mit kleinen, ruhigen Momenten. Größer sicherlich, fand dieser ZauberSalon doch im „Blauen Saal“ mit rund 200 voll besetzen Plätzen statt, was aber der grandiosen Stimmung des Publikums noch mehr Nachdruck verlieh.

Nach bereits fast neun Jahren sei an dieser Stelle auch nochmal hervorgehoben die unglaublich vielseitige Unterstützung durch das Team in der „Börse“ (und die ersten Jahre auch in der „Bandfabrik“ Wuppertal), aller bis dato rund 170 Bühnenkünstler und aller Zuschauer, ob neu, einmalig oder Stammgäste; besonders auch des Wuppertaler Ortszirkels, zu dem auch Henry einst gehörte, und dessen Mitglieder von Anfang bis heute feste Größen in der ZauberSalon-Welt sind.
Auch der Initiatorin Gunhilde Wahl und ihrem Team rund um Jessie, Julia und Dag sei Dank und großes Lob ausgesprochen dafür, dass sie dieses Projekt weiterführen, und so der Zauberkunst eine tolle und anerkannte Bühne bieten! Auf die nächsten 100 ZauberSalons! :)

Bericht: Isabelle Koschinski

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