Beim diesjährigen Mai-ZauberSalon Wuppertal waren Zauberkünstler Atilla, das ZaubererDuo „Die
AndersArtigen“ und die Kontursionskünstlerin Ellena zu Gast.

 

Atilla eröffnete den Abend mit den Modalitäten: Wie man sich davor schützen könnte, auf Fotos
erkannt zu werden; wie man richtig spendet; und was der Facebook-Daumen noch alles kann.
Hauptsächlich aber war Atilla dort, um die Frage zu beantworten, wo er so lang geblieben war. Schon
länger hatte er keinen längeren Auftritt mehr im Wuppertaler ZauberSalon bewältigt. Die Antwort: Er
habe bei einem Auftritt einen Unfall gehabt; nach langer Zeit sei er mit einem „Tada!“ wieder
erwacht und habe daraufhin wirklich magische Kräfte entwickelt. Diese Kräfte rund um Erinnerung
und Gedanken wollte er an diesem Abend dem Publikum demonstieren.
So merkte er sich die Reihenfolge zahlreicher von den Zuschauern frei gewählter Begriffe, konnte sie
vorwärts und rückwärts aufsagen, beliebig zwischen ihnen hin und her springen und jedem Wort
wieder ihre Zahl zuordnen – ein riesen Gedächtnis!
Auch eine Art „ewiger Kalender“ schien sich in Atillas Gedächtnis eingebrannt zu haben. Egal,
welches Datum ihm die Zuschauer zuriefen, er konnte nach kurzem Überlegen den richtigen
Wochentag benennen.
Zu guter Letzt noch nahm er für seine Gedächtnisübungen noch ein etwas zaubertypischeres Requisit
zur Hand. Drei Zuschauer wählten eine Karte, und mittels einer Mischung aus Gedankenlesen,
Gedächtnis und Ausschluss konnte er den Beteiligten am Ende ihre Karten nennen.
Unabhängig davon, ob es Trick oder wirkliche Leistung ist, präsentierte Atilla an diesem Abend
beeindruckende Kunststücke, die mit etwas mehr Schwung wohlmöglich einen noch größeren
Unterhaltungsfaktor gehabt hätten.

 


„Die AndersArtigen“, das chaotische Gespann bestehend aus Phil Schmitz und Christian Gadow, war
bereits im letzten Jahr zu Gast im ZauberSalon und hatte auch damals ordentlich für Stimmung
gesorgt. Anders war es auch an diesem Abend nicht.
Die Eröffnung war etwas holprig; wobei man bei den beiden nie weiß, ob es nicht vielleicht doch zur
Show gehört. Doch das macht den hohen Spaßfaktor ihrer Auftritte aus.
Dann aber verwandelten sie ein unsichtbares Kartenspiel in eine spaßige Nummer; ließen einen
Zuschauer um seinen Schuh bangen, weil sie die Anleitung eines neuen Zaubertricks missverstanden;
und wagten sich an eines der gefährlichsten Kunststücke der Welt. Theoretisch gefährlich jedenfalls,
Phils Schutzausrüstung nach zu urteilen, im Grunde aber nur eine reichlich unterhaltsame Version
eines alten Tricks, der sich aber in neuem Gewand präsentierte, dank dem schrägen Humor der
„AndersArtigen“ und dem grandiosen „Helfer in der Not“ aus dem Publikum.
Doch dies sollte der einzige Nervenkitzel gewesen sein. Auch eine Entfesselung durfte, wollte das
Duo doch irgendwie Las Vegas-Feeling nach Wuppertal bringen, bei Christian und Phil nicht fehlen.
Trotz Phils mangelnder Begeisterung, als Christian ihm eröffnete, er müsse sich mit ihm im „Tunnel
des Todes“ aus seinem Sacko befreien, meisterten die beiden die Aufgabe mit Bravour – und ganz
schön viel lustigem Blödsinn zwischendurch. Jedes Mal aufs Neue eine großartige Performance!
Zu guter Letzt noch brachten die beiden eine echte Großillusion auf die Bühne – in Sparversion zwar,
denn die Kiste war lediglich aus Pappe. Dennoch eine beeindruckende Variante einer „Schwertkiste“,
bei der Christian, wenn auch nicht ganz freiwillig, in die Pappkiste eingeschlossen wurde; Phil
dagegen reichlich vergnügt mit spitzen Holzstäben die Kiste durchbohrte – und anschließend
Christian halbwegs unversehrt wieder auf dem Karton klettern durfte.
Die Auftritte der „AndersArtigen“ profitieren nicht nur davon, dass sie zu zweit sind, und sich
gegenseitig auf teilweise sogar banal witzige Weise zu- und gegenspielen, sondern auch davon, dass
sie bekannte, durchaus im Grunde ernste Zauberkunststücke nehmen, aufbrechen, und aus ihnen
neue Varianten machen, die vielleicht nicht mehr ernsthaft gefährlich sind, dafür aber mindestens
doppelt so viel Spaß machen.

 

Eine für den ZauberSalon eher untypische Kunstform ist das Steckenpferd der letzten Künstlerin des
Abends. Was Ellena Fiesta tut, und auch ziemlich gut kann, nennt sich Kontursionskunst, die Kunst
des Verbiegens, die „Schlangenmenschen“. Gute Gene, vorallem aber viel Übung meist schon von
Kindheit an ermöglichen es diesen Menschen, sich außergewöhnlich weit in alle möglichen Richtung
zu Verbiegen, und sich so in Positionen zu bringen, in denen sich ein normaler Körper ernsthafte
Verletzungen zuziehen würde – wenn er überhaupt bis dahin käme.
Doch nicht allein das liegt Ellena, sondern aus diesem Können und musikalischer Begleitung eine
Performance zu vollbringen, bei der das Publikum träumt, staunt und ihm auch ab und zu der Atem
stockt, wenn Ellena sich scheinbar wider alle physikalischen Gesetze auf ihrem Podest bewegt. Eine
ganz andere Art von „Zauberei“ also, die eine gelungene Abwechslung in der Programm brachte.

 

Wir danken allen Künstlern, die die Mai-Ausgabe des ZauberSalon mitgestaltet haben, unseren
Fotografen, Filmern und Technikern, dem Team der Wuppertaler „börse“ und natürlich dem kleinen
aber feinen Publikum!

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