In diesem Jahr fand der Juli-ZauberSalon ausnahmsweise nicht „Open Air“, sondern im Roten Salon der Wuppertaler „börse“ statt. Zu Gast waren Magic Pete (Peter Jung), Stephan Bierhoff und Manuel Sanetra. 


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Kurzfristig als Moderator eingesprungen war Ted McKoy. Und die Wahl war gut; denn selbst der schon oft gehörte Vortrag über die Modalitäten rund um Fotos und DSGVO und das Konzept der freiwilligen Spende wurde durch ihn zu einem Vergnügen.

Mit einer Geschichte aus seiner ursprünglichen Heimat Schottland, eingebunden in eine Seilroutine, stimmte er das Publikum auf den Abend ein und verblüffte vor allem den jungen Zuschauer, der ihm dabei auf der Bühne assistieren durfte.


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Der erste geplante Künstler des Abends war Magic Pete, der zu recht selbsternannte „Master of the Magic Duck“. Er begann seinen Auftritt mit einem dezenten Querverweis auf das diesjährige Magische Pfingsttreffen und natürlich der ersten unzähliger, offenbar gut dressierter Quietscheenten. Eine von ihnen beherrschte die Kunst des Balancierens, eine weitere konnte sich als typisches Zauberrequisit tarnen und eine andere verbarg sich immer wieder erfolgreich in einem Beutel vor dem schreckhaften Gemüt einer Zuschauerin.

Auch eine gewisse betrügerische Ader hatte Pete seinen kleinen gelben Gefährten offenbar antrainiert, waren drei von ihnen, zwei stumme und eine quietschende, in der Lage, die Zuschauer ebenso geschickt über ihre Verfassung hinwegzutäuschen wie die klassischen Hütchenspieler es tun. Nur, dass sich das eigentliche Geheimnis des Kunststücks an anderer Stelle befand.

Auch Requisiten für andere seiner Kunststücke beinhalteten zwar keine Enten, wohl aber die typisch gelbe Farbe. Wobei, letztlich weiß man nicht, ob nicht vielleicht jemand in seinem Jacket oder seiner Hosentasche…

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Der große Höhepunkt war natürlich der Auftritt der Magic Duck selbst, die sich der Gedankenlesekunst verschrieben hatte. Wer jetzt eine „Kartengans“ im Kopf hat, der wird enttäuscht. Denn die Magic Duck ist nichts Geringeres als die bestgekleideste aller Enten mit einer sehr leisen Flüsterstimme.

Ein bisschen schräg und verrückterweise eigentlich zu harmlos, um vor Lachen selbst zu quietschen, nimmt Pete Klassiker der Zauberei und verleiht ihnen seinen eigenen, gelben Anstrich. Von Anfang an hatte er mit seiner sympathischen Art, dem lockeren Humor und den eigensinnigen Ideen das Publikum voll auf seiner Seite, und erntete so zu recht minutenlangen Applaus.


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Der zweite Künstler des Abends war Stephan Bierhoff. Bereits die Ankündigung der „musikalischen Zwangsjacke“ hätte es kaum besser treffen können. Stephan nämlich trat an diesem Abend in eine besondere Rolle. Gekleidet in einen verräterischen roten Anzug, noch verräterischer der Druck auf seinem T-Shirt und dazu die Worte „Ich bin Mozart – ich bin Musik“. Genie und Wahnsinn nämlich lägen dicht beieinander, eröffnete Stephan seinen Zuschauern, und erzählte ihnen von seinem Werdegang. Nicht nur dem des im 18. Jahrhundert geborenen musikalischen Wunderjungen, sondern auch dem, der ihn in diese Lage gebracht hatte: Gerade aus der Anstalt entflohen, wollten die Ärzte ihm, der sich Mozart nennt, zu seiner Sicherheit eine Zwangsjacke anlegen. Zu Mozarts „Alla Turca“ tat dies auch ein Zuschauer, gründlich, sodass dem Künstler die Entfesselung, zu deutlich „rockigerer“ Musik, sichtlich nicht leicht fiel. Doch letztlich schaffte er es. Ob der Entflohene nun eine Gefahr darstellt? Wohlkaum, bewies er doch, dass zwar der volle Name und eine Perücke noch lange nicht den echten Mozart aus ihm machen, eine Zwangsjacke aber auch keine Gefahr, sondern vielmehr alles zusammen ein unterhaltsames Kunststück zu einer ungewöhnlichen Idee. Warum also nicht seine Bühnenfigur in dem Glauben lassen, „Ich bin Mozart, ich bin Musik“, und ihm selbst die Daumen drücken, der Zwangsjacke immer wieder erfolgreich zu entkommen?


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Der letzte Künstler des Abends war der aus Hannover angereiste junge Zauberer Manuel Sanetra. Er sei Student, erzählte er den Zuschauern, mit einem Herz für Fitnessstudios und einem semi-guten Bauchgefühl beim Lottospielen.

Deutlich besser sei seine Intuition beim Spielen mit einem Zauberwürfel. Selbst die verwirrendsten Kombinationen schienen für ihn kein Problem darzustellen, selbst mit einer „Antifingerfertigkeitsbremse“ und etwas Überzeugungskraft ließ er die Zuschauer glauben, der Würfel sei gelöst – obwohl er etwas noch Erstaunlicheres getan hatte. Selbst in den Händen eines Zuschauers, sogar auf seinem T-Shirt schien Manuel das Spiel mit dem Zauberwürfel leichtes zu sein.

Sein zweites Kunststück war eines rund um eine zufällig zusammengesetzte Zahl, die er zwar scheinbar nicht auf Anhieb herausfinden konnte, die sich aber dennoch irgendwie in der Auflösung versteckte – und das sogar auf wirklich ALLE erdenklichen Arten.

Mit dieser zweiten Nummer habe er sich verraten: Sein Studienfach ist Mathematik. Die gemischten Reaktionen im Publikum seinen ihm nicht fremd. In der Schule nämlich hatte er ein ähnlich zwiespältiges Verhältnis gehabt – allerdings zu seinem Mathelehrer. So war er irgendwann auf die Idee gekommen, diesem Mathematik anhand einer Seilroutine zu erklären, und wollte dies auch mit dem Publikum tun. Hübsch sah es aus, sauber und verblüffend – aber wer kann nun von sich behaupten, die Rechnung wirklich verstanden zu haben? Dem Lachen und dem Applaus nach zu urteilen war es aber nicht das, worauf es den Zuschauern ankam.

Vielmehr ist es die erfrischende Persönlichkeit und dadurch ebenso erfrischende Art der Präsentation, die Manuels Auftritt zu einem entspannten, aber unterhaltsamem Showende machte.


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Doch nicht ganz: Wirklich enden tat die Show mit einer von Ted vorgetragenen Mischung aus einem sehr langen Witz und einem Märchen mit einem überaus skurrilen Ende, vorallem aber mit einem gerechtfertigten Riesenapplaus für die Künstler des Abends!

 

Vielen Dank an Pete, Stephan und Manuel für Eure Auftritte, an Ted für das kurzfristige, aber sehr gekonnte Einspringen als Moderator, an das Team der „börse“ und des ZauberSalon, und natürlich auch an die Zuschauer, die einen weiteren „heißen“ Showabend bei uns verbracht haben!

 

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