IMG 1550

In der August-Ausgabe des ZauberSalon Wuppertal war der Zauberkünstler Alexander Mabros mit seiner Soloshow „Rätsel, Wunder, Phänomene“ zu Gast. Und wie der Titel schon verriet, hatte er davon jede Menge im Gepäck für den bis auf den letzten Platz gefüllten Saal der Wuppertaler „Börse“.
Neben der Magie sei seine zweite Leidenschaft die Wissenschaft – beides zusammen mache ihn zum Sammler rätselhafter Phänomene und Wunder des Alltags. Etwa denen des Toastbrots und der Katze, die immer auf ihren Marmeladenpfoten landet. Oder so ähnlich.
Inhalt der Show waren aber überwiegend nicht rein wissenschaftliche Themen, sondern vielmehr magische Darstellungen theoretischer Überlegungen, ohne dabei jemals in trockene Lehren abzudriften.
Den obligatorischen Kartentrick zu Beginn „abgefertigt“, stellte er den Zuschauern zunächst eine seiner Erfindungen vor: Das ökologische Feuerwerk. Man solle sich vom Aussehen, das außergewöhnlich stark an einen Teebeutel erinnerte, nicht täuschen lassen. In seine Bestandteile aufgelöst und mit Feuer in Verbindung gebracht nämlich ergab es nicht nur ein hübsches Bild, sondern auch ein ganz und gar recycelbares Kunststück – sogar mit einem allzu bekannten Tüpfelchen mehr, als man zuvor hineingesteckt hat.
Völlig alltäglich, wenn heute auch zuweilen abgelöst durch das Tablet, seien für ihn noch immer Zeitungen. Nicht nur für allerlei Faltkünste; auch habe Alexander herausgefunden, dass manche Zeitungsredakteure in die Zukunft sehen können. Um diese Theorie zu bestätigen, ließ er in einem unterhaltsamen, choreografie-ähnlichen Verfahren diverse Zeitungsschnipsel aussuchen. Auf einem durch einen Zuschauer gezogenen Stück fanden sich drei Worte, die zusammen mit Alexanders Vorhersage den Beweis erbringen sollten: Manche Redakteure können in die Zukunft sehen – und
haben offenbar auch selbst ein Faible für „Rätsel, Wunder, Phänomene“.
Emotionen in Verbindung mit Wissenschaft zu setzen ist schwieriger, als in Verbindung mit Zauberei. Dennoch wollte Alexander beweisen, wie sich Menschen selbst in ihren Entscheidungen von Gefühlen leiten lassen. Zum großen Glück der Zuschauerin, die vertrauensvoll ihren Ring dem Künstler anvertraute, und sein dubioses Spiel mit den Ringkästchen durch ihre Intuition richtig zu lösen wusste.
Nicht zuletzt habe auch das uralte Kunststück mit dem Geldschein in der Zitrone es dem Zauberer sehr angetan. So sehr, dass er es gleich zweimal vorführte (wenn er dabei auch um seine Mitgliedschaft im Magischen Zirkel bangte), und ein und denselben Geldschein eines Zuschauers in einer Zitrone und gleich darauf nochmals verschwinden und in einer Orange erscheinen ließ.

IMG 1759

Gleich nach der Pause wollte Alexander den Zuschauern, entgegen einer Behauptung von Einstein, Menschen benutzten nur 10% ihrer geistigen Leistung, ihre gesamte geistige Kraft entlocken. Was aber dazu führte, dass die Glühbirne, die eigentlich nur zum Leuchten gebracht werden sollte, ganz durchbrannte. Kein Wunder, bei einem voll besetzten Saal.
Nun nahm sich Alexander aber eines weiteren Phänomens an, das den meisten bekannt sein dürfte: Das Rätsel um die verschwundene Socke. Ein Irrglauben, wie das Wuppertaler Publikum erfuhr, handelte es sich dabei nicht um eine verschwundene Socke und bei der Waschmaschine nicht um ein sockenfressendes Monster. Des Rätsels Lösung sei nur das Geheimnis um die „Wandersocke“.
Dass einfach nur der Klang eines Schlüssels, der an ein Glas geschlagen wird, ihn beinahe um sein Hab und Gut brachte, verleitete Alexander dazu, im wahrsten Sinne ruhigere Töne anzuschlagen. Zum einen mit einer musikalisch perfekt untermalten Performance rund um ein Notenblatt. Zum anderen mit einer wunderbaren Hommage an eines seiner wissenschaftlichen Vorbilder, Leonardo Da Vinci. Einem großen Erfinder, dem zu Ehren der Künstler aus einem Blatt Papier ein einfaches Windrad bastelte, welches aber durch den Einfluss der Zauberei nicht zu erklärende Eigenschaft entfaltete.


IMG 1873

Zu guter Letzt noch war es an Alexander, Werbung für sich zu machen. Er habe sich nämlich vorgenommen, ein Buch über seine Erlebnisse als Wissenschaftler und Zauberer zu schreiben.
Besonders weit sei er noch nicht gekommen, das Vorwort aber habe bereits seit Beginn der Show einen sichtbaren Platz auf der Bühne gehabt, und enthielt all die Dinge, die an diesem Abend das Wuppertaler Publikum in Staunen, Neugierde und Lachen versetzt haben.
Alexander Mabros ist seine Leidenschaft für die ungewöhnliche, aber doch irgendwie passende Mischung aus Wissenschaft und Zauberei nicht nur anzumerken. Vielmehr überträgt er diese gewisse Faszination auch auf seine Zuschauer – vorallem dort, wo die beiden Gebiete sich überschneiden.
Trotz einiger Stellen reinen Vortrags und des ein oder anderen nicht ganz stimmigen Details bot Alexander mit eben dieser Leidenschaft, zusammen mit seinem feinsinnigen, zuweilen auch leicht bissigen Humor, aber immer respektvollem und spontanem Spiel mit den Zuschauern, eine rundum gelungene Show, die mehr als genug Beweis dafür ist, wieviel Magie hinter den Kuriositäten des Alltags steckt, und vorallem, wieviel mehr als wissenschaftlich erklärbare Hintergründe in der Magie stecken, welche sogar eine zerbrochene Glühbirne wieder reparieren können.

IMG 1783

Ein großer Dank geht natürlich an Alexander für seinen großartigen Auftritt; an Frank Preußner für
die Moderation; den Teams vom ZauberSalon und der „Börse“ und den vielen vielen Zuschauern!

Bericht: Isabelle Koschinski

Zur Galerie