Im 106ten Wuppertaler ZauberSalon im September 2019 waren die Zauberkünstler Jörg Burghardt, Robert Blake und Magic Pete zu Gast. Moderiert wurde der Abend von Hans Dillenberg.

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Nach dem der Moderator durch die Modalitäten geführt hatte, machte Jörg Burghardt den Anfang. Mit seiner Bühnenfigur, dem „Redewender“, nimmt Jörg Deutsche Redewendungen, Sprüche und geflügelte Worte genau unter die Lupe. Angefangen beim Grubengrabgerät und einem wortwörtlichen „Kellengriff“, weiter über Ursprünge und Sinnhaftigkeiten gängiger Sprichwörter, anschaulich untermalt von zauberischen Effekten. So erklärte Jörg anhand einer Zitrone nicht nur, warum sauer lustig macht, sondern auch, warum der Schein trügt – oder eben auch nicht; wieso eine Glühbirne mit „Lampenfieber“ besser in die Hände eines Zauberers als in die eines Arztes gehört und was passiert, wenn das Geld von der „hohen Kante“ verschwindet.
Jörg schöpfte alles magische Potential aus dem „Rahmen seiner Möglichkeiten“, und dessen Inhalt, machte einen Zuschauer vom Pechvogel zum Glückspilz und ließ zu guter Letzt das sprichwörtliche „Lichtlein“ ein halb leeres Glas bis zur Gänze auffüllen.

 

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Der zweite Künstler des Abends war der Niederländer Robert Blake. Sein Spezialgebiet liegt in der Manipulation. Nicht der von Gedanken, sondern der mit Gegenständen wohl gemerkt. So ließ er etwa eine Zigarette wandern, vermehrte Fingerhüte und baute Figuren mit seinen Händen und seinen Münzen. Er spielte seine Spiele mit Bällen und den Zuschauern. Aus wenigen Karten wurden in seinen Händen unzählige, und aus ein paar bunten Tüchern ein ganzes Bild. Neben den zahlreichen Effekten, die Robert aus dem Repertoire der Manipulation zum Besten gab, war es vor allem die 
spontane, unterhaltsame Interaktion mit dem Publikum, die seinen Auftritt an diesem Abend auszeichnete.


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Der dritte Künstler des Abends war Magic Pete. Der Ankündigung von „Magic meets Madness“ wurde er überaus gerecht. Unbestreitbar schräg, aber eben genauso unterhaltsam nahm Pete sich aufs Korn, ließ sich auch von Zuschauern auf Korn nehmen, und ganz nebenbei „reparierte“ er einen zerrissenen Geldschein; demonstrierte anschaulich, wie wichtig Ablenkung in der Zauberkunst ist, und brachte dem Publikum nahe, was es mit den „Nettricks“ auf sich habe. 
Selbst für zaubererprobtes Publikum wie das des ZauberSalon verbargen sich noch echte Wunder, irgendwie bekannt, aber doch in einem sehr neuen Gewand, hinter dem merkwürdigen Milchtöpfchen, der gut gefüllten Matroschka und den zwangsoperierten Quietscheenten.
Augenscheinlich genossen die Zuschauer Petes Ausflug in seine Art des „gelebten Chaos“; in dem ein Gag zum zusammenhängendem Kartendeck nicht reicht, es stattdessen über dem Kopf geschwungen wird; in dem Zuschauer auch mal Konfetti aus seiner Frisur pulen; und in dem „mutmaßlich bescheuertste Kartentrick der Welt“ mutmaßlich nicht das herrlich bescheuertste Kunststück ist; und in dem es Pete sogar gelang, zum Ende seines Auftritts nochmal eine Schneise zu schlagen zu einem ruhigen, magischen Moment, den man dem überschwänglichen Spaßmacher beinahe nicht zugetraut hätte.

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Vielen Dank an die drei Künstler des Abends, an Moderator Hans Dillenberg, an das Team der „börse“ und das Team des ZauberSalon Wuppertal für eine weitere, abwechslungsreiche Ausgabe des Zaubersalon.
Bericht: Isabelle Koschinski

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