Premiere: Das erste Mal wurde ein ZauberSalon von einer Zauberin mit ihrem Soloprogramm gestaltet. Bei der November-Ausgabe des Wuppertaler ZauberSalon war Marion Metternich mit ihrem Programm „M wie Magie“ zu Gast.


Marion ist, wie sie auch selbst berichtet, eine der wenigen hauptberuflichen Zauberinnen in Deutschland. Ihre Theorie: Die anderen seien im Mittelalter verbrannt worden.

In diesem Zuge wollte sie von ihrem Publikum wissen, wer glaube, dass Zauberei etwas mit schwarzer Magie zu tun habe – wohlmöglich nur, um an diesem Abend die Zuschauer mit ihrer humorvollen und lockeren Art eines Besseren zu belehren.


Nach einer unterhaltsam vorgeführten Seilroutine kam Marion auf einen Mann zu sprechen, der eine Zeit lang wie kein zweiter das Thema Übernatürlichkeit für sich gepachtet hatte: „Uri [Geller] hat mir seinen Löffel abgegeben“, und die Zauberin zeigte, dass sie den Löffel zwar nicht verbiegen, ihn dennoch auf andere Weise verändern konnte. Neben den fünf Sinnen nämlich gäbe es noch zwei weitere – Unsinn und Blödsinn. Und die liegen der gut gelaunten Künstlerin offenbar sehr, zur Begeisterung des Publikums.

Bei ihrem nächsten Kunststück spielten ein Lied, ein Getränk und eine Vorhersage eine Rolle. Dazu noch eine Zuschauerin, die für ein paar Zeilen als Co-Sängerin der Zauberkünstlerin glänzte und ein Zuschauer, dessen Gedanken Marion zwar nicht ganz entschlüsseln konnte, was aber dem Applaus nach dem Effekt aber keinen großen Abbruch tat.

Nach einer anschaulichen Erzählung über das Leben, moralische Werte und das Schicksal wollte Marion mit dem letzten Kunststück vor der Pause zeigen, was passiert, wenn moderne Zauberkunst auf neuartige Technologie trifft. Genauer gesagt: Wenn Siri ihr einen Zaubertrick beibringen soll, bei dem ein Zuschauer, auf den ersten Blick zu Recht, um seinen Schuh bangen muss.

Den zweiten Teil begann die Zauberkünstlerin mit einem Kunststück, dass sie bei einer Street Magic-Tour in den USA bestens beherrschen gelernt hat: Das Hütchenspiel. Selbst mit nur einem Becher und einem Würfel gelang es ihr, den Zuschauer, der sogar von schräg hinten zuschauen konnte, hinters Licht zu führen.

Mit einer Fragerunde wählte Marion dann drei Zuschauer aus, die „keine normalen Menschen [sind]  - im wissenschaftlichen Sinn“. Sie nämlichen seien Menschen, die um die Ecke denken, und dies sollte das Gedankenlesen bei ihnen noch schwerer machen. Dennoch gelang es der Zauberin Zahlen, Worte und Bilder aus den Gedanken der Bühnengäste zu lesen.

In einem Experiment wollte die Künstlerin beweisen, wie Worte und Vorstellungen das Unterbewusstsein derart beeinflussen können, dass sich für eine Zuschauerin ein riesiger Gegenstand plötzlich winzig (oder umgekehrt), hart sich wie weich anfühlen konnte, und dass Stress zu „fühlen“ für jeden etwas Anderes bedeutet.

Für Marion zum Beispiel bedeute Stress etwa das Lösen eines Zauberwürfels. Auch wenn es bei ihr auf der Bühne mit Hilfe einer Tüte spielend leicht aussah.


Zu guter Letzt noch ließ sie einen weiteren Bühnengast seinen Handy-Taschenrechner mit beliebigen Zahlen aus dem Publikum bedienen. Das Ergebnis schien zunächst nicht weiter spektakulär, rückte aber letztlich das Ende der Show in ein besonderes Licht.

Als eine Frau in der Zauberkunst ist der Stand nach wie vor schwer, das ist der Konsens aus jeder Literatur, jedem Interview und jeder Erzählung, die es über diesen Bereich gibt. Marion Metternich ist ein wunderbares Beispiel dafür, sich auf diesem Klischee nicht auszuruhen.

Stattdessen bot sie mit ihrer unterhaltsamen, authentischen Art und ihrer abwechslungsreich zusammengestellten Show den Zuschauern einen schönen Abend mit Lachen, Nachdenken und einfach guter Zauberkunst.


Vielen Dank an Marion für Deine Show und die wertschätzenden Worte am Ende. Danke an das Team der „Börse“ und des ZauberSalon Wuppertal!



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